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Aus der Förderbrücke wird eine riesige Baustelle

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Gut zu sehen ist hier der neue Korrosionsschutz (gelb) am Mittelteil der Jänschwalder Förderbrücke. Die Strahler fahren auf Arbeitsbühnen hier rauf und runter, um an die Stahlträger zu gelangen
Immer einen wachsamen Blick beim Fortschritt der Bauarbeiten haben der Jänschwalder Baustellenleiter Peter Hobracht (l.) und der für einen der Bagger zuständige Vorarbeiter Andreas Zeh

Die zehnwöchige Instandsetzung der F60 im Tagebau Jänschwalde ist ein logistisches wie handwerkliches Großprojekt:
Jänschwalde (mk). Sechzig Meter über der Tagebau-Erde schaukelt Dietmar Raunick hin und her. Mal langsamer. Mal schneller. Je nach Windstärke. Die Arbeitsbühne, auf der er steht, hängt an zwei Stahlseilen. Trotz Sommerhitze ist sein Körper von den Finger- bis zu den Zehenspitzen dick eingekleidet. Wer ihm näherkommt, versteht vor Lärm sein eigenes Wort nicht. Dietmar Raunick ist Strahler. Seine Aufgabe ist es, im Mittelteil der Förderbrücke F60 im Tagebau Jänschwalde die alte Farbe zu entfernen und neue als Korrosionsschutz aufzutragen. Für zehn Wochen steht die riesige Brücke derzeit still. Wobei „still“ nicht das richtige Wort ist. Insgesamt  30 Firmen mit 460 Fremdarbeitskräften arbeiten derzeit an der Generalüberholung des Stahlkolosses. Für die kommenden 35 Jahre werden die
36 Jahre alte F 60 sowie ihre Eimerkettenbagger wieder fit gemacht. Die Zeit ist kurz. Die Aufgabenliste lang. Von den Tragrollen der Gurtbänder, die nach zehn bis 15 Jahren verschlissen sind,  über Getriebewechsel bis hin zum umfangreichen Korrosionsschutz der Stahlbauteile reicht die Instandsetzung.
Peter Hobracht ist Gesamtbaustellenbauleiter. Er behält den Überblick. Jede der 250 Einzelmaßnahmen, die allein für die Bagger-Instandsetzung nötig sind, hat er minutiös geplant. „Folgen Sie mir“, sagt er und betritt die erste Stufe der beeindruckend hohen Rüstung. Der Bagger wird durch diese nahezu unsichtbar.  150 Stufen später fällt der Blick auf Lars Pannenberg. In 38 Meter Höhe ist der Schweißer der Hitze der Sonne und des Arbeitsgerätes gleichermaßen ausgesetzt. Trotzdem ist die Stimmung unter den Facharbeitern, die hier in luftiger Höhe Meisterliches vollbringen, bestens. Die Arbeit scheint wortwörtlich zusammenzuschweißen.
Dass alles sitzen muss, weiß der Baustellenleiter Peter Hobracht nur zu gut. Nur in diesem Jahr besteht die Möglichkeit, für eine solch zeitintensive Instandsetzung, erklärt er. Schließlich werde der Tagebau Cottbus Nord im Jahr 2015 planmäßig zu Ende gehen. „Unsere Brücke ist dann noch mehr gefordert. Lange Reparatur-Pausen sind dann nicht mehr möglich“, erklärt der Experte. Schließlich ist noch eine Laufzeit bis zum Jahr 2025 für dieses Abbaufeld genehmigt. Das Hauptaugenmerk liegt beim Korrosionsschutz der Stahlbauträger – die erste Schutzmaßnahme seit Inbetriebnahme. „Es wird höchste Eisenbahn“, sagt Peter Hobracht. Zwar sei diese Maßnahme sehr aufwendig, doch eine Stahlbausanierung wäre kaum bezahlbar. Die zehnwöchige Instandsetzung kostet etwa zehn Millionen Euro. „Von diesem Geld bleibt viel als Lohn in der Region“, sagt der Baustellenleiter.
Im Übrigen wird eine solche Generalüberholung nicht nur für die Jänschwalder Förderbrücke geplant. Auch die Brücken in Reichwalde, Welzow-Süd und Nochten wurden bereits oder werden noch zu solchen Großbaustellen. Neben dieser langen Reparaturpause gibt es sowohl wöchentliche Instandsetzungen wie in Jänschwalde den achtstündigen Montagsstillstand, als auch vier- bis fünfwöchige Komplexinstandsetzungen.
Für den Baustellenleiter in Jänschwalde, Peter Hobracht, ist dies von jedem Tag auf das Neue eine  spannende Arbeit. „Es gibt immer wieder andere Probleme zu lösen“, erklärt er.

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