
Die Renaturierungs- und Ausgleichsmaßnahmen sind auch eine Chance für eine wirtschaftliche Lausitzer Zukunft im besseren Einklang mit der Natur:
Region (ha). In den beiden Lausitzer Tagebauen Jänschwalde und Welzow-Süd sowie den Gruben südöstlich von Spremberg, Nochten und Reichwalde gleich hinter der brandenburgischen Grenze, werden Jahr für Jahr hunderte Hektar Land rekultiviert. Allein der Tagebau Welzow-Süd hat bisher über 2 600 Hektar neues Land hinterlassen. Bis zum Ende des Tagebaus, etwa im Jahr 2042, werden es über 4 700 Hektar sein. Neuer Mischwald, Acker, Wasserflächen und Erholungsgebiete werden letztendlich entstehen und entstehen schon seit Jahren. Tiere und seltene Pflanzen erobern sich das Land und lassen Biotope entstehen, die im sanften Tourismus per Quad, Jeep oder Fahrrad bereits erkundet werden. Erste Tourismusunternehmen sind entstanden, für die der Bergbau und die Rekultivierungsflächen ein wichtiges Standbein geworden sind.
Die Rekultivierungsflächen sind aber auch eine einmalige Möglichkeit für Forschungen auf verschiedensten Gebieten: So werden Bodenveränderungen mit enormem Aufwand beobachtet, um den Landwirten langfristig einen besseren Boden übergeben zu können, als er es vorher war. Gesunde Waldmischungen, die besser mit unserem Klima klarkommen, werden aufgezogen, die in Jahren wirtschaftlich nachhaltiger sein werden. Flüsse erhalten wieder mäandernde Betten und bieten einen deutlich besseren Hochwasserschutz als sie es als „Wasserautobahnen“ vorher waren. Zudem entstehen auch hier neue gesunde Biotope. Und dank der Forschung wird ein Landwirtschaftszweig wieder heimisch – der Weinanbau. Mit dem Wolkenberg ist ein kleiner Anfang geschafft, weitere Flächen werden folgen. Und die Landwirte können weitere Geschäftsfelder erproben, beispielsweise die sogenannten Energiewälder. Schnellwachsende Pflanzen ergeben jetzt schon auf dem Versuchsfeld bei Welzow drei Tonnen Biomasse pro Hektar. An Steigerungen der Erträge wird ebenfalls geforscht wie an der möglichst effektiven Erntetechnik.
Ob Tourismus, Landwirtschaft, Forstwirtschaft oder Waldwirtschaft – das Neuland weckt unternehmerische Lust und Neugier, das Risiko wird durch unterstützende Hilfen des Vattenfall-Konzerns abgefedert.
Wo gewachsenes Land für das Bergen des Bodenschatzes Braunkohle zerstört werden musste, wird neues Land geformt. Sogar neue Flussläufe entstehen, ebenfalls wissenschaftlich betreut und begleitet. Pflanzen und Tiere in seltenen Arten und großer Vielfalt nehmen die neuen Landschaften rasend schnell an. Anderes, wie die Böden, braucht mehr Zeit. Aber die Renaturierung ist eine große Chance, das Land nach den Bedürfnissen der Menschen und der Natur nachhaltiger zu nutzen.
