Website-Icon Nachrichten aus Südbrandenburg

Sonntagswanderung Nr. 6: Immer an der Spree lang…

Sicher, diese Tour läßt sich ausdehnen, von der Spree-Quelle bis Berlin. Wir aber wollen Ihnen den Sonntag nicht verderben, sondern bereichern. Von Spremberg nach Cottbus (oder umgekehrt) die Spree radelnd zu erleben, ist wahrlich ein Sommergenuß!

Spremberg

Der beginnt im herrlichsten Schatten an der Kleinen Spree in Strittmatters Geburtsstadt. Der Weg ist vorbildlich beschildert, so daß wir beruhigt vor dem Start über den fast vollständig erneuerten Marktplatz und dann durch die Lange Straße schlendern können. Wenn das eben 100 Jahre (!) jung gewordene Weinhaus Geßner hier gerade zu haben sollte – ein Eiscafé findet sich dennoch. Und dann: Hinein in die Pedalen. Herrliches städtisches Grün weitet sich langsam zur offenen Landschaft. Die Spreeaue ist weit, den Damm säumen herrliche Eichen und viele andere Gehölze. Auch an Bänken fehlt es nicht. Die Landschaft ist zu schön, um sie schlicht zu durcheilen.

Bald erreichen wir die Verbindungsstraße Bühlow-Sellessen im Vorstau der Talsperre. Wir fahren nach links und am Ortsschild Bühlow gleich nach rechts in den Talsperrenweg, den einige Bungalows säumen. Es fällt leicht, beim Baustil “Weißwasser” ein Stück zurückzudenken. Ist es wirklich nur 40 Jahre her, seit dieser – wir werden ihn ein paar Kilometer weiter in ganzer Breite erfassen – mächtige Stausee in flachem Lausitzer Sand entstand? Nicht weniger Legenden leben noch: Von der flotten, pfeiferauchenden Giesela, die mit ihrer Diesellok gelegentlich angetütert die Weichen überfuhr, von Arnos Planierraupe, die von der Hilfsbrücke ins Wasser fiel, und von Buschfeuer im heutigen Seebett, das man – tatsächlich! – von senkrecht aufsteigenden Düsenjägern “auspusten” ließ. Goldgräberzeiten waren das, und mancher, der seinen Bungalow jetzt hier hat, kann noch davon erzählen. Vielleicht, wenn der Sonntag ruhig genug ist.

Die Talsperre sichert Berlins Wasserversorgung und reguliert den Spreewald-Wasserstand. Aber die hier sind, interessiert Romantik. Die findet sich, auch in Verbindung mit manchem gastronomischen Angebot.
Vom Steilufer bewundern wir die Staumauer, um dann etwas abseits vom Fluß der weichen Landschaft zu folgen. Von links grüßt der Kirchturm von Klein Döbbern, wir kreuzen in leichtem Hügelland Groß Oßnig und erreichen in Frauendorfer Höhe wieder die Spree. Aber unser Weg führt nicht talwärts zur Brücke, sondern links vor den Wochenendgrundstücken entlang, die älter sind als die Talsperre und inzwischen größtenteils schon Hauptwohnsitze wurden. Bald erreichen wir die Kutzeburger Mühle, und bis zur nächsten, der Markgrafenmühle, ist es auch nicht mehr weit. Dort läßt sich’s seit einiger Zeit wieder gut konditern. Nach der Radtour – warum nicht?

Weitere Beiträge aus unserer Region finden Sie hier!

Die mobile Version verlassen