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Cottbus: Die Bahn vom Typ Gotha, neuerdings ohne Schaffner (Zeichen „OS“) ist in Sandow unterwegs

damals120505_cbEs war Sandow um 1970 / „Zum Ostmärker“ und die Fleischerei Jacob
„Das Bild der letzten Woche zeigte die Straßenbahn an der Haltestelle kurz vor der Kreuzung Sandower Hauptstraße, Peitzer Straße, Dissenchener Straße, Forster Straße“, schreibt uns Dieter Leubauer aus der Cottbuser Beuchstraße. „Das Haus im Hintergrund rechts ist 1972 gesprengt worden.“
Das große Mehrfamilienhaus hinter der Straßenbahn hatte die Adresse Peitzer Straße 2. Dort kannte sich unser Leser Kurt Jacob bestens aus: „Meine Eltern führten dort bis 1978 eine Fleischerei. Hier verbrachte ich meine Kinder- und Jugendzeit. Heute steht da eine große Wohnscheibe mit der Gaststätte ‘Podium’. Neben der Fleischerei war da auch noch der Friseur Sengteller. Das Mietshaus mit Türmchen rechts beherbergte die Bibliothek Ost und das Fahrradgeschäft Karnauke. Die Straßenbahn der Linie 1 fuhr damals nach rechts und endete im Bereich der damaligen 2. Polytechnischen Oberschule in Sandow.“
Georg Müller fabuliert wieder feinsinnig: „Rechts im Bilde ein schlanker Bau aus der Gründerzeit, jahrzehntelang des Sandowers Abendfreude – eine gemütliche Kneipe; in jüngerer Zeit bis zum Abriss eine Bibliothek. Das große Gebäude links war auch Heimstatt des Fleischermeisters Jacob, eines Getränke- und eines Lebensmittelladens sowie eines Friseurs. Vom Diepowplatz, benannt nach einem Priegnitzer Adelsgeschlecht, ging’s Richtung Osten. Heute steuert man hier eine Shell-Tankstelle an.
Von dieser erwähnten Kneipe kennt Edith Lehnigk vom Cottbuser Nordring sogar den Namen: „Es war die Gaststätte ‘Zum Ostmärker’. Nach 1945 wurde sie zur Bücherei.“
Manfred Witzke aus Cottbus bemerkt zur Straßenbahn: „1952 führte man anstelle der Farbkennzeichnung wieder Liniennummern ein. Der Triebwagen 40 wurde 1955 geliefert. Das Foto entstand demnach zwischen 1955 und 1972.“
Jürgen Klingmüller aus der Willy-Brandt-Straße erkennt das Haus Peitzer Straße 60, „in dem sich auch ein typischer ‘Tante-Emma-Laden’, geführt von der stets freundlichen Frau Burkhardt, befand. Rechts daneben begann die damalige Dissenchener Straße. Im Haus hinter der Straßenbahn war die Fleischerei Jacob. Das Schild OS an der Straßenbahn weist auf das Novum des schaffnerlosen Straßenbahnbetriebes hin.“

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