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Herbert Ramoth begleitete unsere Bilderreise nach Bagenz: „Während die Sommertour der vergangenen Woche in westlicher Richtung nach Kolkwitz führte, liegt der in dieser Woche gesuchte Ort etwa 15 Kilometer in südöstlicher Richtung von Cottbus entfernt. Es ist Bagenz mit dem im Foto abgebildeten Herrenhaus, also Lösung B. Das Bagenzer Herrenhaus wartet nach wechselvoller Geschichte derzeit auf einen Käufer. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde um 1910 erbaut. Nicht der Adel wohnte hier, sondern betuchte Bürgerliche. Nach der Enteignung wurde es zu einem Mütter- und Schwangerenerholungsheim umfunktioniert. Nach der politischen Wende war das Haus eine gut geführte öffentliche Gaststätte.
Doch dann kam das Aus: das schöne Anwesen mit Park versank in den Dornröschenschlaf, und die Spuren des Leerstandes werden sichtbar. Jetzt ist es nur noch ein schönes Fotomotiv für vorbei kommende Touristen. Die Rettung wäre eine Märchenprinzessin oder ein Märchenprinz, die/der es aus dieser misslichen Lage ‘wachküsst’, wobei der Kuss den stolzen Preis von etwa 6,5 Millionen Euro haben müsste. Wie schwer es aber mit dem rettenden Käufer sein wird verrät die Tatsache, dass im märkischen Lande derzeit etwa weitere 50 Schlösser, Guts- und Herrenhäuser warten. Schade um die schönen alten Bauten!“
Und Diethart Schulz schrieb: „Im Herrenhaus von Bagenz hatte die Jugendhochschule der Bezirksleitung Cottbus der Freien Deutschen Jugend (FDJ) ihr Domizil. Hier fanden noch in den 80er Jahren Schulungen und Aus- und Weiterbildungen der politischen Kaderreserve der ehemaligen DDR statt. Hier gab es Seminarräume und einen Saal für Vorlesungen und Vorträge, auch Quartiere mit Vollpension waren vorhanden sowie Essen und Trinken mit Freizeitangeboten.“
Norman Höpfner hat sich erzählen lassen: „Ich weiß aus Erzählungen, dass zu DDR-Zeiten dort, im Bagenzer Herrenhaus, die Stasi residiert hat. Nach der Wende war ein Restaurant drinnen, wie es im Märkischen Boten auch beschrieben wurde. Dort konnte man herrliche Hochzeitsfeiern abhalten. Über dem Eingang gab es die Hochzeitssuite.“
Auch Otto Blunck wusste die Lösung und er ergänzte: „1912 ließ der damalige Besitzer Otto von Rhein den auf dem ‘Damals-war’s“-Bild gezeigten Bau errichten. Im Vorgängerschloss wohnten viele Jahrzehnte ab 1695 mehrere Generationen der Familie von Oertzen. Beispielsweise war Adam Sigismund v. Oertzen (1708 – 1781) Landesältester der Niederlausitz. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts kam es des öfteren zum Besitzerwechsel auf Schloss Bagenz.“
Georg Müller schrieb uns: „Auf nach Bagenz! 1389 hieß es noch Bagancz und ein Rittergut, die Reste in der Dorfstraße Nr.16 zu sehen, gabs unter den von Pannwitz im 16. Jahrhundert, später denen von Oertzen: Alter und Tradition flößt richtig Respekt ein. 1912 war dann hier an diesem Standort das Geburtsjahr des eigentlichen Herrenhauses, des Schlosses, wie hierzulande auch ehrfurchtsvoll genannt. Bauherr war ein Otto von Rhein, später kaufte es ein Cottbuser Tuchfabrikant.
Zu DDR-Zeiten beherbergte der Prachtbau ein Müttererholungsheim und eine Akademie für Gesundheitswesen. Mit der Wende war damit dann erstmal Schluss, das letzte gastronomische Kapitel am Standort lief von 1996 bis Anfang 2000. Nun denn, wer das kleine Schild "Privatgrundstück – Betreten verboten" am Grunstückseingang übersieht, erlebt mit dem Anblick des gut erhaltenen Bauwerkes eine rechte Augenweide. Fürwahr, privates Interesse hat längst ein Auge auf das Anwesen geworfen und vielleicht findet die ‘Heideschänke’ in Laubsdorf und der ‘Dorfkrug’ in Bagenz dadurch eine ebenbürtige gastliche Einrichtung dazu – der Region wär es zu gönnen.“
Interessant ist, dass unsere Leser besonders die DDR-Zeit des Bagenzer Schlosses mit unterschiedlicher Nutzung in Erinnerung haben. Aus allen Zuschriften spricht aber der Wunsch, dass hier bald wieder gastliche Häuslichkeit einziehen möge oder sich eine sinnvolle Nutzung des Herrenhauses ergibt.
Cottbus: Herrenhaus in Bagenz mit wechselvoller Geschichte

