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Forst: Blick zum Forster Hof

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Blick zum Forster Hof, Cottbuser Straße

Mit dem letzten Rätselbild scheinen wir eine schwere Aufgabe gestellt zu haben. Leider haben wir keine richtigen Zuschriften und Anrufe erhalten. Konkret hatten wir nach den Geschäften gefragt. dessen Schaufenster links gut erkennbar sind.
Dieses Foto muss demnach nach 1973 entstanden sein, denn diese Schaufensterfront ist ja erst mit dem Bau der Wohnblöcke entstanden. Die Wimpel an der Dachkante könnten auf ein feierliches Ereignis hinweisen. Die noch fehlenden Blumen rechts im Beet weisen darauf hin, dass die Anlagen erst vor kurzem errichtet wurden.
Die Häuser rechts im Hintergrund sind heute noch alle erhalten und beherbergen beliebte Geschäfte der Cottbuser Straße.
Ins Auge springt jedoch das Hotel „Forster Hof“. Der Schriftzug ist mit einer Lupe in einem der Blindfenster noch zu erkennen.
Das zerstörte Gebäude vor dem heutigen Forster Hof war früher einmal eine Weinhandlung, dazu sind wir in den Forster Publikationen zum Hotel fündig geworden. Da berichtet Hagen Pusch in einem Beitrag im Forster Jahrbuch vom letzten Jahr über die Spuren des Forster Baumeisters Richard Hiltmann. Darin heißt es unter anderem: „…auch andere Bauten errichtete er im Jahr 1885. Eines der größten war das ‘Grand Hotel’ in der Cottbuser Straße, heute ‘Forster Hof’. Dass bei einer so umfangreichen Bautätigkeit nicht immer alles klappte, wird man sich wohl vorstellen können und so kam es schon mal vor, dass Gerüste einstürzten, eine Treppe zusammenbrach oder Pfeiler umkippten. Das alles ging glimpflich ohne Personenschaden ab, nur einmal stürzte ein Geselle von einer Rüstung und verletzte sich dabei tödlich…“ Hagen Pusch schildert weiter den Ärger, den der Baumeister mit der Baupolizei und Konkurrenzunternehmen bekam. Interessanter sind jedoch seine Ausführungen direkt zum Forster Hof: „Seinen Plan (des Baumeisters Richard Hiltmanns – d.Red.), in das aufkommende Kino-Geschäft einzusteigen, ließ er wegen seiner freundschaftlichen Beziehungen zum Besitzer des ‘Forster Hofes’, in dem damals mit Filmvorführungen begonnen wurde, fallen.“ Der Autor zitiert weiter führend aus alten Schriften des Bauherren: „…Es wurden nämlich zu dieser Zeit, wenn auch nur in einer unvollkommenen Weise, bereits Kinovorstellungen gegeben im Saale des Grand Hotels, das ich in den 80er-Jahren gebaut und bei dem ich noch mit einer Hypothek stark interessiert war. Der Besitzer dieses Hotels, mit dem ich auf freundschaftlichem Fuße stand, glaubte sich nun durch die von meiner Seite kommende Konkurrenz arg geschädigt und setzte alle Hebel in Bewegung, um mich von dem Kinounternehmen zurückzuhalten. Mit Rücksicht auf die bestandenen geschäftlichen und freundschaftlichen Beziehungen habe ich dann nachgegeben, um mich später, als die Lichtspiele immer mehr Eingänge fanden, wahnsinnig darüber zu ärgern…“

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