Mit der Jule zu den Geschäften der Stadt/Café Hohenzollern brannte 1945 völlig aus / Forster Hof war später das Kino Kammerlichtspiele: Unsere Leser haben sich wieder mit vielen Erinnerungen an unserem „Damals war’s“-Rätsel beteiligt.
Wolfgang Schenk erzählte am Telefon: „Das Foto zeigt den Blick vom Berliner Platz in die Cottbuser Straße Richtung Eulo. Links zweigte die Leipziger Straße ab. Hier stand früher eine Litfaßsäule, die für mich als Siebenjähriger immer sehr interessant war, wenn wieder ein Zirkus oder der Rummel in die Stadt gekommen ist. Links, an der Ecke Cottbuser Straße, war Mirows Drogerie, in die meine Mutter und auch schon meine Großmutter einkaufen gingen.
In den Geschäften rechts im Bild befand sich ein Woll-Laden mit einer Spielzeugabteilung, ein Textilgeschäft, Süßwaren und ein Zigarren- und Zigarrenladen, dann folgte Obst- und Gemüse und Langes Gasthaus. Dann kamen noch etwa ein Dutzend weitere Geschäfte.
1945, nach dem Krieg, waren die Häuser rechts im Hintergrund nur noch Ruinen. Hier entstanden 1970 querstehende Wohnhäuser. Nach der Wende wurden die vorhandenen Freiräume durch den Bau kleiner Wohn- und Geschäftshäuser geschlossen. Die Häuser vorne rechts wurden 1945 nur beschädigt, das Café Hohenzollern brannte aber aus.
Auf dem Berliner Platz befand sich am Anfang der Leipziger Straße/Berliner Straße eine Verkehrsinsel, die nach dem Krieg auf die Cottbuser Straße umgesetzt und später dann ganz beseitigt wurde.
In den Jahren nach 1945 bis zum Anfang der 50er Jahre standen am Berliner Platz ausschließlich Hinweisschilder mit Orts- und Enfernungsangaben in russischer Sprache.“
Thomas Methe schreibt: „Das Rätselbild zeigt die Cottbuser Straße, sie hatte und hat viele Geschäfte, auch Gaststätten. Auf der linken Seite des Rätselbildes ist die Berliner Straße und rechts geht es zur Frankfurter Straße. Auch der Berliner Platz ist gleich in der Nähe der Cottbuser Straße.
Dann war in der Cottbuser Straße das Warenhaus Burlin & Co. – ein Forster Geschäftshaus etwa um 1915, dann gab es den Forster Hof, früher ein Hotel mit Restaurant und zu DDR-Zeiten waren es die Kammerlichtspiele, also ein Kino. Heute steht dieses Gebäude zum Verkauf. Die Gaststätte Gehlers Bierstuben gab es da auch mal. Im Rätselbild sieht man die Forster Stadteisenbahn, die schwarze Jule. Sie fuhr von 1893 – 1965 in Forst und steht heute im Verkehrsmuseum Dresden. Auch wurden damals noch Pferdefuhrwerke zum Transport der Waren zu den einzelnen Geschäften wurden eingesetzt. Die Cottbuser hieß zu DDR-Zeit Straße des Friedens und führte nach Eulo.“
Forst. Luftbild vom Markt um 1920

