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Guben. Auf dem Hohlweg zum Eiserstein

Eiserstein

Dorfstraße mit Kriegerdenkmal
Kerkwitz, Atterwasch und Grabko stehen auf der Liste der bedrohten Orte
Unsere Leser wussten diesmal wieder gut Bescheid.
Werner Koschack hat uns per Mail mitgeteilt: „Die Ansichtskarte zeigt den Weg ‘Am Eiserstein’ und den Blick auf den Eiserstein selbst. Dieser wunderbare Hohlweg, mitten in den Gubener Bergen, ist ein Verbindungsweg zwischen Unterer und Obere Rentschgasse. Der einsame Wanderer (siehe Bild) kann von hier aus den schönen Eiserstein besichtigen – ein schutzwürdiges Naturdenkmal. Wie der Eiserstein hierher gekommen ist, ist nicht bekannt. Er besteht aus Rasen-Eisenstein. Eine von vielen Volkssagen bringt seine Entstehung mit dem Hussitenkrieg in Zusammenhang. Hussitenblut soll sich hier mit dem Sande verbunden und den Stein gebildet haben. Er ragt als zwei Meter hoher Block aus der Erde heraus.
Ein weiteres Ziel auf dem Spaziergang des Wanderers könnte ganz in der Nähe Ullrichs Höhe, auch ‘die Schnecke’
genannt, sein. Sie bildet die höchste Erhebung der Gubener Berge, 80 Meter über dem Neißespiegel, 118 Meter über dem Meeresspiegel, 123 Meter von der Plattform Rundumblick. Heute markieren in Gubin zwei stählerne Antennenmasten diesen Punkt. Auf dem Rückweg bis zur Oberen Rentschgasse kann sich der Wanderer im Gartenlokal Schönhöhe vom Spaziergang stärken und erholen sowie die wunderbare Aussicht genießen.
Leider hat der zweite Weltkrieg die Schönheit der Gubener Berge, mit seinen gepflegten Berggassen Wege und Berglokale zerstört. Zeitzeugen, Ansichtskarten und Bücher bringen uns die damalige Zeit und das schöne Fleckchen Erde in Erinnerung. Damals war’s – ein schönes Bild aus dem alten Guben im Märkischen Boten.“
Wolfgang Donath kann das bestätigen: „Zu sehen ist die ‘Partie am Eiserstein’. Der Hohlweg führte früher zu einem großen Block von zwei Metern Höhe in der damaligen Berggasse. Der Block gilt als Seltenheit und wurde in die Liste der erhaltenswerten Naturdenkmäler aufgenommen, da hier Raseneisenerz zu Tage tritt. Untersuchungen haben ergeben, dass Eisenerze im Raum Guben bis zu 34 Prozent Eisenanteile aufweisen. Die Verhüttungen erfolgten damals im Hammer Peitz und Beitzsch.“
Erhard Wegener wusste: „Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, kann ich mit Herbert Roth sagen: ‘Diesen Weg auf den Höhen bin ich oft gegangen…’. Der einsame Wanderer kommt vom Berglokal Schönhöhe und geht zum Eiserstein. Nach der Ecke rechts kommt er dann auf die Untere Rentschgasse – wir wohnten nämlich nur fünf Gehminuten von hier.
Beim Anblick dieses Bildes habe ich noch eine andere, schmerzhafte Erinnerung: Beim Rodeln habe ich die Kurve nicht mehr bekommen und mir dann Stirn und Nase beim Sturz geschrammt. Dieser Teil der Gubener Berge und die dahinter liegende Wohngegend wurde in den letzten Wochen des Krieges völlig zerstört.“

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