Kerkwitzer Gastlichkeit seit über 300 Jahren
„Zum Dorfkrug“ ist bis heute beliebte Gaststätte für Plinse-Ausflüge und Familienfeiern
Natürlich haben viele Gubener und vor allem Leser aus der Gemeinde Schenkendöbern unser Rätselbild leicht erkannt. Persönliche Erinnerungen wie von Rainer Brose gab es gleich mehrere: „Es ist der Dorfkrug in Kerkwitz, früher Gaststätte Wehland. Ich habe am 4. Juli 1974 dort geheiratet und später alle Familienfeiern in Kerkwitz ausgerichtet.“ Rainer Brose sandte auch gleich ein – leider sehr unscharfes – Foto mit, auf dem ein hellblauer Krug mit genau dem Logo, das auch auf der Karte in der Mitte prangt, darauf abgebildet ist.
Erneut ausführlich berichtet Werner Koschack: Auf den ersten Blick erkannte ich das Rätselbild. Eine Ansichtskarte mit den Räumlichkeiten, Saal und schönem Garten der Gaststätte ‘Zum Dorfkrug’ in Kerkwitz. Aufgenommen in den 60er-Jahren. Das Tanzpaar zeigt, dass es sich in dem großen Saal gut tanzen lässt. Das Gebäude wurde 1870 erbaut. Der Anbau des großen Tanzsaals erfolgte 1907. Die Bauernstube und der Gastraum bieten Gastlichkeit und die gute Küche ist allgemein bekannt. Die echten Gubener Plinse sind immer im Angebot. Die Gaststätte besteht als Landgasthof seit über 300 Jahren. Die Familienzuordnung ist bis 1800 zurück zu verfolgen. Die Namen wechselten, weil geborene Töchter heirateten und so andere Namen entstanden. Anfang des 20. Jahrhunderts war Familie Lehmann Inhaber. Die 1910 geborene Tochter heiratete Gerhard Wehland, der aber im Krieg gefallen ist (1945). Sein Sohn Günter war zu dieser Zeit 10 Jahre alt. So lief die Gaststätte bis 1956 auf den Namen von Emma Lehmann, die Oma von Günter. Ab 1957 wurde die Gaststätte an den Konsum verpachtet. Sie hieß dann Konsum-Clubgaststätte Kerkwitz. Ab 1959 übernahm Günter Wehland, inzwischen verheiratet mit Frau Gisela, die Konsum-Gaststättenleitung. Gisela Wehland übernahm die Buchhaltung und fungierte als Küchenchefin. 1987 bis zur Wende versah Günter Wehland die Funktion eines Konsum-Kommissionshändlers. Ab 1990 befindet sich die Gaststätte ‘Zum Dorfkrug’ im Privatbesitz der Familie Wehland. Unter dem Slogan ‘Gastlichkeit aus Tradition’ mögen die Räume für Festlichkeiten aller Art, großer Saal für ca. 120 Personen, großer Biergarten mit einer über 300 Jahre alten Eiche und 70 Jahre alten Kastanien und Linden uns noch recht lange erhalten bleiben. Alle diese Angaben erhielten meine Frau und ich bei Kaffee und Apfelstrudel in einem mit Frau Gisela Wehland geführten Gespräch. Der Dorfkrug Kerkwitz mit Familienchronik ist auch im Gubener Heimatbrief 1999, 2. Ausgabe, von Hartmut Schatte wunderbar beschrieben worden.“
Guben. Gaststätte „Zum Dorfkrug“ Kerkwitz

