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Unser schwieriges Rätselbild lösten zahlreiche Leser, auch wenn Details nicht mehr bekannt sind, wie für Helmut Schulze. Er schreibt: „Bei dem Bild handelt es sich um die Kronenstraße. Ich bin zwar Gubener, habe aber keine Beziehung zu der Straße. Aber ich sammle die interessanten Berichte und Bilder. Ich kann nur mitteilen, dass das Bild in einer ähnlichen Aufnahmeposition bereits am 30. August 2008 in der Zeitung war.“
Herr Menzel notiert auf einer Karte: „Die Kronenstraße befand sich zwischen Salzmarktstraße und der Neustadt und führte am Topfmarkt vorbei zur Neustadt. In dem Haus Nummer 6 mit einseitigem Spitzdach wohnten Bertha und Bruno Fröhlich sowie der Korbmacher W. Schuster. Auf dem Foto ist wieder über den Dächern der Gubener Straßen die Kirchturmspitze mit Wetterfahne der Stadt- und Hauptkirche schön zu sehen.“
Und Eberhard Wittchen schreibt ausführlich: „Wir befinden uns im Altmarkt-Kiez. Die sichtbare Bausubstanz deutet auf die Bescheidenheit und Enge innerhalb der Stadtmauern im 17. und 18. Jahrhundert hin, wo um jeden Quadratmeter Baugrund gerungen wurde. Im Bild links ist am Ausbau des Hauses Nr. 6, Ecke Klostermauer, noch folgende Werbung zu lesen: ‘Ein- und Verkauf von getragenen Sachen – Betten, Wäsche, Schuhwerk u.s.w. Bertha Fröhlich’.
Das kleine Eckgebäude mit dem Schrägdach grenzt direkt an die frühere Klostermauer, später nach dem Abbruch war es eine kleine enge Gasse, hin zur Neiße führend. Dieser Standort ist heute fast identisch mit dem neuen modernen ‘grünen Pfad’ zum ‘Dicken Turm’ in Gubin, in Höhe des Lebensmittelmarktes.
Rechts oben im Bild ist neben dem Turm der Stadt- und Hauptkirche der Giebel eines markanten Hauses in der Salzmarktstraße zu erkennen. Hier befand sich das größte der vier Kinos im alten Guben – das Zentral-Kino. Es hatte auch einen Ausgang zur Kronenstraße. Im südlichen Teil der Kronenstraße befanden sich die Geschäfte bekannter Gubener Kaufleute, wie Papier-Bellach und Samen-Teißner.
Von einem Feuerwehrmann, der während der Kriegsereignisse 1945 noch in Guben weilte, wurde überliefert, dass während des Beschusses durch einstürzende Dachbalken die Feuer von Haus zu Haus weiter getragen wurden und letztlich nur ein Ruinenfeld übrig blieb.“
Hans-Georg Rennack ergänzt am Telefon: „Dieser Teil von Guben gehört zu den ältesten der Stadt. Vor allem weiter in Richtung Klostermauer, die links auf dem Bild nicht mehr zu sehen ist. Die aus Holz und Lehm errichteten Fachwerkhäuser wurden anfangs vorrangig von Kleinbauern bewohnt. Dieser Stadtteil wurde vom großen Stadtbrand 1790 verschont und ist deshalb erhalten geblieben. Jedoch haben dann die Gefechte zum Ende des Zweiten Weltkrieges diesen alten Gebäuden den Garaus gemacht.“

