Helmut Hagen teilte uns am Telefon mit: „Man sieht auf dem Foto den Bau der Schwimmhalle. Von 1981 bis zum 7. Oktober 1984 entstand sie auf dem Gelände des ehemaligen Stadtbahnhofes, welcher vor August 1981 abgerissen wurde. Der ganze Bau kostete damals rund fünf Millionen Mark, einschließlich der Gestaltung des Umfeldes des Puschkinplatzes. Ich war der Planer und Bauüberwacher.“
Auch Helga Reichstein erkannte das gesuchte Motiv. Sie schreibt: „ Es könnte die Baumaßnahme der Schwimmhalle in den 80er Jahren mit Blick aus der Leipziger Straße sein.“
Klaus Hentschel erzählte uns: „Zu sehen ist die Berliner Straße mit angrenzendem Puschkinplatz, wo gerade die Spremberger Schwimmhalle entsteht. Der Bau war lange überfällig, viele Spremberger warteten darauf. Viele Betriebe stellten Bauhandwerker für dieses Vorhaben unter dem Motto: „Sozialistische Hilfe“ frei; so auch das SPRELA-Werk. Mehrere Mauerer hatten jetzt hier ihren Arbeitsplatz. Durch die Bildung einer Werksfahrgemeinschaft musste auch ich, als Kraftfahrer bei SPRELA, Materialtransporte durchführen. Das große Haus im Hintergrund steht nicht mehr. Auf diesem Platz entstand die so genannte Papageien-Siedlung. Der Name passt; trotzdem ist es ein schöner Komplex geworden.“
Und Wilfried Klausch erzählte am Telefon: „Im Jahr 1984 wurde beschlossen, dass Spremberg eine Schwimmhalle bekommt. Es standen damals Spremberg und Sebnitz im Konzept der Planer, aber durch die Tatsache, dass Spremberg viele Werktätige durch die Sprela-Werke bekam, konnte die Schwimmhalle hier gebaut und am 7. Oktober 1985 eingeweiht werden. Hier war vorher der Bahnhof für die Spremberger Stadtbahn mit 900 Millimeter-Spur. Im Hintergrund sieht man die alte Tuchfabrik von Georg Wissinger. Nach 1945 waren hier verschiedene Einrichtungen untergebracht, beispielsweise die VEAB (Volkseigener Erfassungs- und Aufkaufbetrieb). Auf der rechten Seite in der Villa das KTA (Kraftfahrzeug technisches Amt). Im hinteren Flügel der Textilfabrik befand sich der Vulkanisierbetrieb Preuße und ein Schrotthandel, der ja für uns Kinder immer wichtig war, weil wir hier ein paar Pfennige fürs Taschengeld mit Schrott verdienen konnten. Die linke Villa war der Wohnsitz des Fabrikbesitzers Georg Wissingers und seiner Familie. Ganz vorn sieht man die Gleise der Stadtbahn noch.“
Manfred Gnida schreibt: „Zu einem Ort, der viele Jahre ein wirtschaftlicher Kernpunkt in der Stadtgeschichte war, geht dieser Blick. Hier am Puschkin-Platz, früher Roßplatz, entsteht auf dem Gelände des ehemaligen Stadtbahnhofes, eine moderne Schwimmhalle. Dort fand 1898 die feierliche Einweihung des Bahnbetriebes der Stadtbahn mit den dazugehörigen Bauten und Anlagen statt. 1933 wurde der Betrieb zum Hauptbahnhof eingestellt und der Stadtbahnhof erfüllte nicht mehr seine Anforderungen. Danach hatte der Bahnhof unterschiedliche Nutzung, so Futtermittel-Richter, etwa 1950 durch die Einkaufs- und Liefergenossenschaft für Leder und Textil (LETEX), bis er 1980 abgetragen wurde. An dieser Stelle erfolgte am 3. Oktober 1984 nach zweijähriger Bauzeit die feierliche Einweihung der neuen Schwimmhalle. Damals erfolgte der größte Teil der Bauarbeiten durch den ortsansässigen Kreisbaubetrieb, und etwa 20 weitere Firmen halfen mit. Im Hintergrund des Bildes sind Villen und Fabrikgebäude zu sehen. Mit der Errichtung von Tuchfabriken rund um den Roßplatz sind auch fünf Villen entstanden, wovon man einen Teil sehen kann. In der ersten Villa, die dem Baumeister Schierz gehörte, zog später der Heinrich-Heine-Club ein, die weitere Villa war Wohnsitz des Fabrikanten Heinze, wo sich auch eine Zeitlang die Zahnpoliklinik, das Stadtbauamt und der Kinderhort des Sprela-Werkes darin befanden und heute eine Kleintierpraxis. Die weiteren Villen im Bild dienten einige Jahre der Auto-Transport-Gemeinschaft (ATG), waren Verwaltungssitz der VEAB und heute ist darin ein Architekturbüro. Die fünfte Villa war bis 1945 im Besitz des Tuchfabrikanten Wissinger und die Räume dienen heute Wohn- und Verwaltungszwecken.
Spremberg. Schwimmhalle in Spremberg wurde auf dem Gelände des Stadtbahnhofs gebaut

