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Guben: Waldrestaurant mit Pension in Heidekrug um 1930

damals120512_guSonntagstanz in den „Hohler Bergen“ / Eisenbahn hielt extra für Ausflügler / Heute Naturschutzgebiet mit Altwald
Obwohl es dieses Haus seit langem nicht mehr gibt, ist es bei den Gubenern und auch Gubinern gut bekannt.
Aus Gubin mailt Tokarek Przemyslaw: „Diese Ausflüger können nach Guben oder Crossen an der Oder gefahren sein. Aber zuerst mochten sie eine Ruhepause machen. Dieses Foto ist aus Heidekrug bei Wallwitz. Das Gebäude ist das Waldgasthaus und Pension ‘Heidekrug’. Es hat Carl Schluter und dann zu W. Kaelberlah (im Jahre 1940) gehört. Vor dem Zweiten Weltkrieg befanden sich hier auch das Wirtshaus, die Oberförsterei und das Waldrestaurant, Inhaber Hermann Voigt.
Heute liegt Heidekrug auf polnischer Seite. Das ist Dzikowo und vorher, bis 2001, Lowiguz. Man fährt ca. zehn Minuten von Gubin. Es ist heute eine kleine Siedlung mit ca. 70 Einwohnern und liegt am Landesweg Nummer 32 von Gubin nach Crossen an der Oder und weiter nach Posen. Es ist auch ein Naturschutzgebiet ‘Debowiec’, 9,73 Hektar groß, mit vielen alten Eichen, viele zwischen 100 und 200 Jahre alt, Hirschkäfern (polnisch – Jelonek rogacz, lateinisch – Lucanus cervus) und dem großen Eichenbock (polnisch – Kozioróg debosz, lateinisch – Cerambyx cerdo).

Eine Ansicht von der rechten Seite aus dem Archiv von Hans-Joachim Lüdecke

Die Oberförsterei von Gubin hat in Dzikowo einen Lehrpfad angelegt. Viele Schüler mit ihren Lehrern sind hierher gefahren, das ist sehr schön. Ich war auch hier als Schüler.“
Erich Moldenau erzählt: „Das Automobil vor dem Waldrestaurant grenzt die Zeit der Aufnahme ein, die ich um 1930 vermute. Damals wurden solche Aufnahmen für Werbezwecke gemacht und gern dazu ein Automobil ‘geordert’. Denn Fotografen gab es damals nicht so viele wie heute, wo ja fast jeder einen Apparat in der Tasche hat.
Es war eine wunderbare Lokalität, hat mir mein Vater oft erzählt. Er war mit Freunden oft mit dem Fahrrad dorthin gefahren. Es war nur ein Katzensprung, keine zehn Kilometer weit. Allerdings durch den Wald. Wenn sie einen über den Durst tranken, so mein Vater, konnten sie im Heidekrug bequem übernachten, es standen immer Zimmer zur Verfügung, nur zur Zeit der Baumblüte wurde es eng. In Ihrer letzten Ausgabe hatten Sie ja ein wunderbares Motiv von dem jährlichen Ereignis veröffentlicht.“
Bärbel Koschack recherchierte: „Auf dem Foto erkennt man das Waldgasthaus mit Pension ‚Heidekrug‘. Es lag an der Chaussee zwischen Guben und Crossen mitten im Wald. Mit dem Fahrrad war es nach 9,5 Kilometern erreichbar, und wie es das Foto von etwa 1932 zeigt, auch mit dem Auto. Das war damals aber eine Seltenheit. Es lag in den Hohler Bergen, nordöstlich von Guben. In der reinen Waldluft konnte der Städter schöne Wanderungen unternehmen. Mit dem Zug bis zur Haltestelle ‚Stadtforst‘ wurde es ebenfalls möglich gemacht. Nach dem Haltepunkt ‚Wallwitz‘ Richtung Crossen wurde noch mitten im Wald für die Ausflügler zum ‚Heidekrug‘ in den Sommermonaten mittwochs und sonntags angehalten. Unsere Eltern schwärmten oft von der pilzreichen Gegend. Es war auch eine Ausspanne für Fuhrwerke, die damals noch Langholz fuhren in weit entfernte Orte. Außerdem war in dem Gebäude auch die Oberförsterei der Gubener Heide, in der prachtvoller Eichen- und Buchenwald wuchs. Es gab auch Rehe, Wildschweine und Hirsche. Der letzte Auerhahn soll hier 1866 geschossen worden sein. Im Stadtmuseum wurde er später gezeigt.
1965 noch über Frankfurt nach Guben gefahren, suchten wir mit unseren Eltern den ‘Heidekrug’ vergebens. Ihn hat der Krieg zerstört.“

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