Jetzt entsteht hier grad ein Kreisel / Der Bruder des „Laden“-Dichters frisierte hier den Leuten die Köpfe
Heidrun Labahn schreibt: "Ich bin als Kind, geboren1951, mit meinen Eltern und Großeltern oft von Burgneudorf nach Spremberg einkaufen gefahren. Spremberg hatte ich damals schon ins Herz geschlossen. Nach meiner Lehrausbildung, bekam ich 1971 eine Arbeitsstelle beim Rat des Kreises , Referat Jugendfragen, Körperkultur und Sport. Ich bin oft an den gegenüberliegenden Häusern vorbei gelaufen in Richtung Pfortenstraße, wo der DTSB- Kreisvorstandes saß. Nach meinem Direktstudium in Cottbus hatte ich später wieder hier zu tun. In der Häuserzeile (Foto) wohnte auch Herr Hansche ( Werbeaufschrift ‘Musik- Hansche’), der Leiter des Kreiskabinetts für Kulturarbeit. Frau Kuhlee habe ich dort 1971 auch kennen gelernt. Die Straße vor den Häusern war sehr schmal. Man hat die Sicht auf das jetzt umgebaute Arbeiterwohnheim. Auf der rechten Seite ist nach wie vor die Fleischerei Kantor. Zwischen der Fleischerei Kantor und Spreebrücke Muskauer Straße wurden Plattenbauten gebaut. Um 1979/80 mussten die alten Häuser weichen. Zur Zeit ist dort der Bau des Kreisverkehres voll im Gange." Manfred Gnida meint: "Das Foto ruft ein Stück vom alten Spremberg in Erinnerung. Der Blick geht nach Norden in die Schlossstraße bis zum Marktplatz. Im Hintergrund sind die Türme der Kreuzkirche und des Rathauses und das alte Arbeiterwohnheim, jetzt Bürgerhaus. Als einziges Gebäude dieser Zeile findet man noch das am oberen Bildrand rechte Haus an der Ecke der ehemaligen Färbergasse und der Schlossstraße. Damals war die Fleischerei Schulze darin. Am Anfang der 80ger Jahre begann hier der Abriss, gefolgt vom Plattenbau. Die alten Häuser stammten aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Da ist links die Bäckerei Schellack, im Anschluss das Musikgeschäft Hansche, wo man im unten Instrumente kaufen konnte und oben Musikunterricht bekam. Davor befand sich das Wohnhaus der Familie Meußner. Die tief liegenden Häuser, waren zur Hauptstraße mit einem Geländer abgegrenzt. Für Kinder war das ein idealer Spielplatz. In den Häusern rechts ab dem ehemaligen Schlossplatz war Friseur Strittmatter, folgend die Gaststätte von Karl Otto, bekannt unter dem Namen "Gerichtslaube" und daran angrenzend war früher die Gaststube "Bavaria" an der Ecke zur Färbergasse, zuletzt u.a. genutzt durch Volkskundekreis und Fahrschule." Torsten Schroeter mailte uns: "Auf dem Bild ist die Schlossstraße im alten Zustand zu sehen. In einem der Häuser war das Geschäft von Musik-Hansche. In den 80ér Jahren wurden die alten Häuser abgerissen." Anneliese Ernst schreibt: "Dort befand sich das Musikgeschäft Hansche, ein Lebensmittelgeschäft Mathiaschk sowie ein Friseursalon Hertel. Zuvor waren dort auch die Schuhmacher-Genossenschaft und ein Friseurgeschäft." Auch Elli Nietzschmann und Helga Reichstein schreiben in diesem Sinne. H.-J. Nevoigt erinnert sich zum Arbeiterwohnheim: "Das sollte ein Verwaltungsgebäude werden. Partei und Regierung haben aber solche Bauten verboten. Man hat dann ein Wohnheim draus gemacht. Das sichtbare große Haus gehörte der Frau Mathiaschk mit ihrem Lebensmittel- und Grünkramladen. Das letzte Haus links war ein Mietshaus. Unten wohnte die Familie Sauer mit zwei Töchtern und einem Sohn. Oben die Familie Spiering, auch mit mehreren Kindern. Auf der rechten Seite guckt das Geschäftshaus Fleischerei Reinhold Jurk vor. Die Gaststätte Gerichtslaube, Inhaber Herr Eulenfeld, hatte einen Spruch über der Türe: ‘Mit Bier und Schnaps wird nicht getauft, weil die Eule selber sauft’. Alle Häuser des Viertels sind abgerissen." Dieter Herrmann ergänzt: "Ich erinnere mich an einen Frisörladen, Inh. Martin Strittmatter, Bruder des bekannten Schriftstellers. Im Eckgebäude wohnte Richard Löser, die Vorbildfigur für Nachtwächter Kulke." Giesela Mildner erwähnt: "Im linken größere Haus gab es Bäcker Schellak. Dort war auch einmal mein Zuhause. Wie damals üblich ohne Wasseranschluss und mit Plumpsklo."
Spremberg. Häuserfront an der Schloßstraße mit Blick zum Markt

