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Der Maler Günther Rechn starb an Unfallfolgen

Erst ratlos, dann rastlos.

Günther Rechn, 1944 – 2026.

Cottbus (MB). Am 3. Januar ist der Cottbuser Maler Günther Rechn an den schweren Folgen eines Verkehrsunfalls, der ihn am 17. Dezember als Fußgänger vor seiner letzten Wohnung in der Juri-Gagarin-Straße erfasste, verstorben. Die Trauer in seiner Wahlheimat ist groß; Rechn war als Künstler hochgeschätzt und als nahbarer Mensch beliebt. Er wurde 81 Jahre alt.

Geboren ist Günther Rechn am 14. März 1944 im damals als Litzmannstadt besetzten Lodz. Er studierte an der Burg Giebichenstein u. a. bei Lothar Zitzmann, Hannes Wagner und Willi Sitte. Nach einer Aspirantur entschied er sich gegen eine akademische Laufbahn für die freischaffende Malerei und folgte einem Ruf in die Niederlausitz. Nach Rudolf Graf (1936-81) wurde er Vorsitzender der Bezirksgruppe des Künstlerverbandes. Der Herausforderung, „Bekenntnis und Tat“ der Arbeiter- klasse ins Bild zu setzen, sah sich der zeichnerisch hochbegabte Meister dynamischer Bildnisse ratlos gegenüber. Davon zeugen sprachlose Brigade-Schinken („Der Atelierbesuch“, 1983, 11. Bezirks-Kunstausstellung) oder die düstere Erstarrung „In der Brikettfabrik“, 1984, und anderes.

Nach 1990 arbeitete Rechn, damals in Limberg und zeitweise im italienischen Grosseto lebend, als Theater- und Stadtmaler, schuf stille Landschaftsbilder und rasante Hunde- und Pferdestudien. Seine dramatischen Pinsel setzen fortan teils in grellen Farben die bizarre Gesellschaft ins Bild, der er sich, nicht zuletzt den Notwendigkeiten des Kunstbetriebs folgend, rastlos eingefügt hatte.

Tafelbild um 2010: der ganze Rechn – rasant, provokant, rätselhaft, laut, erotisch, voller lärmender Melancholie… Fotos: J. Heinrich

Seine oft phantasievollen Bilder, wie etwa der akrobatische Pückler oder diverse clowneske, frech inszenierte Arrangements der letzten Jahre waren in vielen Ausstellungen (Cottbus: Sparkasse, Hotel Branitz, Kunstmuseum) in Deutschland, Frankreich, Italien und anderen Ländern zu sehen und finden sich in renommierten Sammlungen. – Günther Rechens Kunst voller Schönheit, vieler Fragen und kleiner Antworten bleibt nun Teil von uns. J. Heinrich

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