
Leiser Beginn, Sturm zur Mitte, Stille zuletzt.
Cottbus (h.) Sie wurde einmal mehr zum großartigen Erlebnis, diese bewunderte, erregende, ja fast befürchtete Neunte von Gustav Mahler. GMD Alexander Merzyn hatte sein Orchester für das 3. Philharmonische Konzert am vergangenen Wochenende auf 85 Musiker erweitert. Das letzte Werk des Wiener Meisters ist im Juni 1912 im Großen Saal des Musikvereins der Donaustadt uraufgeführt worden, nach den Tod des Komponisten, und hat seither die Bewunderung unter allen Künsten gefunden. Selten zuvor und kaum danach hat Musik die Seelen so tief bewegt. Diesem „Allerherrlichsten“, wie Alban Berg vor allem über den 1. Satz urteilte, kam auch Merzyn mit seinen wundervollen Musikern nahe.
Zart, ganz zart beginnen einzelne Instrumente ihre Takte, entfalten dann ihr Thema, verspielen sich im Volkstanz des zweiten Satzes, um in trotziger Wucht, fast ins Chaos stürzend, den 3. zu durchwirbeln, den Höhepunkt dieser Neunten. Weiche Klänge der Violinen beherrschen den vierten und letzten Satz, der in Stille hinweggleitet. Stille, lange Stille auch im Publikum, das dann mit herzlichem Beifall dankt für einen unvergesslichen Abend im Cottbuser Theater.
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