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Reisebericht: Safari bei Durban

Szenenwechsel: Krieg und Krise machen den Deutschen Angst, titeln die üblicherweise gut informierten Tages- und Wochenblätter. Reisen kann helfen, dem Druck zeitweilig zu entkommen. Zu einigen Orten sind die Wege noch frei. Folgen Sie uns erneut in Städte, Wüsten und auf das weite Meer… Folge V

Im Indischen Ozean vor der Ostküste Südafrikas jagen sich die Delphine. Sie sollen hier schon Menschen vor Haiangriffen gerettet haben. Wir erreichen Durban und sind willkommen im Nelson Mandela Cruise Terminal.

Von Petra & Jürgen HEINRICH

Einige Bauten im Gechäftszentrum von Durban erinnern an kolonialzeitlichen Einfluss. Fotos. J. Hnr.

Nach Johannesburg und Kapstadt ist Durban die größte Stadt Südafrikas und mit seinem Hafen, dem größten ganz Afrikas, ein wirtschaftliches Zentrum des Landes. Etwa 600.000 Einwohner hat die Stadt, zur Metropolregion aThekwini zählen vier Millionen Menschen und auch das malerisch hügelige Hinterland, in das schon die ersten Naturreservate hineinreichen.

Aufgetaucht: Flußpferde.

Die Küstenregion, die heute vor allem Ziel versierte Surfer und Sonnenanbeter aus der ganzen Welt ist, war, wie Höhlenzeichnungen beweisen, schon vor 100.000 Jahren besiedelt, aber Europäer setzten hier erst um 1500 ihren Fuß an Land, als Vasco de Gama den Seeweg nach Indien suchte und hier Frischwasser fand. Zeichen der Neuzeit setzten britische Siedler 1823, und dann entwickelte sich die Stadt am Weihnachtsfluss (Zulu-Natal) stür- misch, zeitweise allzu turbulent, was ihrem guten Ruf lange schadete. Heute setzt die Region auch auf sanften Tourismus und konkurriert ein wenig mit solchen Safari-Magneten wie dem großen Krüger-Nationalpark, der nach dem ersten Präsidenten Südafrikas benannt ist.

Im privaten Tala-Naturreservat grasen Zebras, Streifengnus und andere Tiere der Dornbuschsavanne friedlich beieinander.

Nur eine knappe Stunde entfernt von der „Golden Mile“, dem Sandstand von Durban, erreichen wir das private Tala-Naturreservat, ein Paradies für Beobachter der Steppentiere, die hier ohne Hektik grasen, weil es in dieser 3.000 Hektar großen Dornbuschsavanne mit ausgedehnten Feuchtgebieten weder Löwen noch Leoparden oder andere Beuteschläger gibt. Hier und anderswo haben Farmer ihre einst riesigen Rinderherden dezimiert und das weite Land den auf Schutz angewiesenen Wildtieren geöffnet – auch zur Freude von Besuchern, die das artenreiche Reservat gern entdecken. Besonders die Ornithologen kommen auf ihre Kosten, denn im Tala-Park wurden 380 Vogelarten gezählt – von den riesigen Straußen über die verschiedenen Lemikolen an den Flussrändern bis zu den Madenhackern, die auf den runden Rücken der Breitmaulnashörner oder an den langen Hälsen der zahlreich vertretenen Giraffen gut zu tun haben.

Familie Warzenschwein sucht Engerlinge am Rand der Pfützen
Die turmhohen Giraffen knabern von den frischgrünen Spitzen der Schirmakazien und lassen sich von den Madenhackervögeln genüsslich das Fell pflegen.
Immer gut zu Fuß: die riesigen Afrikanischen Strauße.
Gelassene Gesellschaft am Feuchtgebiet: die Gnus mit ihren Kälbern und das tonnenschwere Breitmaulnashorn.

Mit etwas Geduld sieht man die laut schnaubenden Hippos, die Flußpferde, auftauchen. In Schlamm und Pfützen fühlen sich die flinken Warzenschweine wohl, denen die Jäger nachstellen müssen, weil sie sonst nicht ins ökologische Gleichgewicht passen; sie vermehren sich munter und sind normalerweise die Hauptspeise der großen und kleineren Katzen, die in diesem umzäunten Reservat fehlen. Wir werden ihnen und auch den Afrikanischen Elefanten an anderem Ort nahe kommen. Gut geschützt leben hier im immergrünen Tala-Naturreservat die Nashörner, denen in freier Wildbahn noch immer die Wilderer auflauern, um ihnen brutal die Hörner abzusägen, um dann die Tiere rücksichtslos verenden zu lassen. Um solchen Gefahren vorzubeugen, sind den Rhinos im Reservat die Hörner gekürzt, was ihnen nicht schadet. Die Zahl der Nashörner nimmt jetzt in Afrika wieder zu. nächste Elefanten in Mossel Bay

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