Cottbus. Dieses seltene Foto zeigt den Spremberger Turm mit den ersten Häusern des Brandenburger Platzes

damals100701_coMetzners Foto seltener Beleg
Bastei am Spremberger Tor musste dem gestiegenen Verkehr weichen
Das vorige „Damals-war’s“-Bild hat der Redaktion wieder viele Leserbriefe gebracht.
Georg Müller mailte uns: „Cottbus anno 1878: Die Stadtoberen hatten lange hin und her überlegt, aber nun musste entschieden werden: die Bastei dort am Spremberger Tor muss weg; der ansteigende Verkehr im Bereich der Sprem, der Burgstraße und am Brandenburger Platz bietet dazu keine Alternative. So ließen sie den Fotografen Carl Metzner eine letzte Aufnahme von diesem Bollwerk, dem Rest des dortigen Stadtmauerabschnittes, anfertigen. Zehn Jahre später folgte dem Abriss nach fast 400 Jahren Bestand auch das Torschreiberhaus.“
Die Chronik sagt über das Bild auch noch weitere Details: Bereits um 1750 entstand der Brandenburger Platz durch die Ein-ebnung der dort vorhandenen Wallanlagen.
Der Abriss der südlichen Stadtmauer wurde dann ab 1863 fortgesetzt und das Material zur Verfüllung des Stadtgrabens genutzt. Das gesamte Areal wurde nach der südlich der Altstadt angelegten Neustadt als „Neustädter Platz“ bezeichnet. Erst 1888 erfolgte die Umbenennung des Platzes in „Kaiser-Wilhelm-Platz“ und durch die Initiative des Cottbuser Verschönerungsvereins konnte das gesamte Areal mit Bäumen
und Ziersträuchern aufgewertet werden. Im Oktober 1903 beschlossen die Stadtverordneten, auf dem westlichen Teil, dem heutigen Brandenburger Platz, eine gärtnerische Schmuckanlage anzulegen. Dazu gehörten auch die Denkmale: ab 1927 das „52er Ehrenmal“ für die Gefallenen des „Infanterie Regiments 52“ des 1. Weltkrieges, und 1935 das Denkmal zur
„Nationalsozialistischen Erhebung“. Ab 1946 hieß die gesamte städtische Anlage dann „Ernst-Thälmann-Platz“. Heute sind die ursprünglichen Bezeichnungen wieder aktuell.