Cottbus: In der Klosterstraße stoppte der Brand

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Das gesuchte Haus stand in der Klosterstraße

Das gesuchte Haus musste einem ambitionierten Neubauprogramm weichen
Auch diese Rätselaufgabe zeigt, dass geschichtsträchtige Bausubstanz in den 1980er und leider auch noch nach 1990 zerstört worden ist. Jedes Kind hörte früher im Heimatkundeunterricht (so was gibt’s heute leider nicht mehr) vom Haus mit den Mohrenköpfen, an dem der Brand zum Stehen kam.
„Die Antwort A ist richtig“, schreibt folglich K. Herold per mail. „.Eine alte Quelle berichtet, dass der Großbrand, welcher am 20. März 1671 gegen 2 Uhr früh ausbrach, vor diesem Haus (damals Klosterstraße 66) zum Stillstand kam. Fast augenblicklich brannte die ganze Stadt, da die Häuser überwiegend aus Holz bestanden und zu allem Übel auch noch Strohdächer besaßen. Später ordnete der Kurfürst Ziegeldächer an. Die Flammen schlugen auch über die Stadtmauer, und so wurde auch der Vorort Brunschwig eingeäschert. – In dem gefragten Haus Nr. 66 wurde nach dem beschriebenen Verkauf weiterhin ein Kolonialwaren- und Milchhandel betrieben. Kurz vor dem zweiten Weltkrieg gab es nur noch den Milchhandel.“
Georg Müller ergänzt: „Der Stadtbrand vernichtete 214 Wohnhäuser, 93 Brauhäuser und den Turm der Oberkirche samt den vier Glocken. Auch Rathaus und Klosterkirche wurden Opfer der Flammen. Die Cottbuser Bürger kämpften entschlossen mit einfachen Löschmitteln gegen den Feuerteufel, vier Tote waren zu beklagen. Das Ausmaß der Vernichtung war der einfachen Holzbauweise ohne Brandmauern geschuldet.“ Dennoch hat auch Jens Pumpa aus der Rostocker Straße Recht: “Die Bedeutung der Mohrenköpfe bleibt rätselhaft. Mohrenfiguren waren Schmuck in deutschen Hansestädten.“ Jürgen Klingmüller beschreibt: „Das Haus befand sich gegenüber den unlängst im Rätselbild erfragten ‘Würzburger Bierstuben’ (Klosterstübel). Alle Häuser dieser Straßenseite hatten den zweiten Weltkrieg überstanden, wurden aber im Jahr 1977 abgerissen. Ein Cottbuser konnte noch zwei Mohrenköpfe bergen.“

Lieselotte Lange erzählt, der frühere „Postkutscher“ habe „in seiner heiteren Art“ gern geschildert, dass eine Magd einen Kavalier in ihr Zimmer gelassen hatte, und „als es unterm Dach des Nachts dann stürmisch zuging“, sei die Kerze vom Nachttisch gefallen und habe den Brand ausgelöst. Er zeigte dabei auf ein Haus in der Mühlenstraße als „Tatort“. Das war aber ein Gag für Touristen, „denn die alten Häuser in der Mühlenstraße, wo es noch den Bäcker Schabert gab, stehen ja gar nicht mehr.“ Auch Wera Hampel in der Elisabeth-Wolf-Straße wusste um die Mohrenköpfe in der Klosterstraße. Sie fügt ihrer Antwort hinzu: „Bei dieser Gelegenheit möchte ich mich auch gleich mal bei der Redaktion für all ihre Arbeit und Mühe bedanken. Ich freue mit immer, wenn ich Samstag den ‘Märkischen Boten’ aus dem Briefkasten nehmen kann. Bitte weiter so!“ Danke, machen wir gern.