
Berühmtes Eckhaus war einst Heimatmuseum / Geografischer Reichs-Mittelpunkt 1991 versetzt
In unserer Lesermappe waren wieder einige Leserbriefe.
Dieter Herrmann schickte ein FAX mit seinen Erinnerungen. „Das Bild zeigt zweifelsfrei einen Teil der Mittelstraße in Spremberg, zwischen rechtsseitig am oberen Bildrand einmündender Kesselstraße und am unteren Bildrand erkennbarem Gebäude.
Die Beweggründe des im Bild erkennbaren ‘Bürgerauflaufes’ sind mir leider nicht bekannt. Meine Vermutungen gehen in die Richtung, dass es sich um Besucher einer vorangegangenen Festveranstaltung auf dem nahegelegenen Pfortenplatz handelt, welcher zu DDR-Zeiten, aber auch nach der politischen Wende als Vergnügungs- bzw. Veranstaltungsplatz diente und zeitgleich auch noch dient.
Das Foto muss zur relativ warmen Jahreszeit entstanden sein, die Bekleidung der Personen deutet darauf hin. Interessant ist die Mittelstraße selbst und ihr Umfeld. Links am oberen Bildrand das Wohnhaus des gleich nach dem Kriege tätigen Direktors des Spremberger Krankenhauses, MR Dr. med Alfons Wiesner. Er war im Mai 1945 einzigster Arzt und Rat für Gesundheitswesen im neu gebildeten Spremberger Magistrat. Bildmittig, ungefähr ab den anfänglichen 60er-Jahren, Praxis und Wohnhaus von Dr. Hase. Nach dessen Praxisaufgabe war das Versicherungsunternehmen Volksfürsorge darin ansässig. Besonders auffällig ist das Eckgrundstück Mittelstraße/Gartenstraße Nr. 9. Der Spremberger Baumeister Richard Mittag baute es vor ca. 125 Jahren als Wohnhaus für seine Familie. Das Haus wechselte 1912 in den Besitz des Tuchfabrikanten Gustav Schmidt über. Durch diesen Eigentumswechsel erhielt das Haus sehr harmonische Erweiterungsbauten und das heutige Aussehen. Fünf Giebel, davon drei sehr auffällig und reich geschnitzt, erscheinen immer noch sehr bewundernswert. Seit 1974 war hier das Niederlausitzer Heimatmuseum ansässig.
Auf der gegenüberliegenden Straßenseite des rechten unteren Bildrandes befindet sich die originalgetreue Kopie des Steines, der den geografischen Mittelpunkt des Deutschen Reiches in den Grenzen zwischen 1871 und 1918 kennzeichnet. Allerdings wurde es am 19. Januar 1991 wegen Straßenbauarbeiten ca. 20 Meter vom Originalstandpunkt versetzt.“









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