
SG Einheit Tennis marschierte am 1. Mai ‘54
Obwohl so viele aktive Frauen zu sehen waren, hat sich nur eine wieder erkannt. Charlotte Konzack erzählte am Telefon: „Sowohl meine Tochter als auch ich sind auf dem Foto zu sehen. Meine Tochter war damals 16 Jahre alt und hatte gerade die Kreismeisterschaft gewonnen, auch ihre unterlegene Gegnerin ist mit auf dem Foto. Sie war damals sauer, dass meine Tochter sie nicht hat auch mal gewinnen lassen. Ich selbst bin im Hintergrund abgelichtet. Auch ich habe früher Tennis gespielt. Meine Besonderheit, die viele meiner Gegnerinnen durcheinander gebracht hat, war, dass ich mit links genauso gut spielen konnte wie mit rechts. Einmal wurden Wetten gegen mich gesetzt, dass ich verliere, die Trainerin meiner Gegnerin hatte ihr den Tipp gegeben, auf meine Linke zu spielen, ich wechselte einfach die Seite und gewann.“
Brigitte Opitz, die uns das Foto freundlicherweise zur Verfügung stellte, erzählt: „Zu sehen ist die Sektion Tennis der SG Einheit Spremberg am 1. Mai 1954. Wir sind jedes Jahr marschiert, nur die älteren von uns waren nicht in Uniform. Ich habe damals in der Nähe der Tennisplätze Drebkauer Straße gewohnt, es war mein zweites Zuhause. Wir haben schöne Feste gefeiert, aber auch anfangs schwierige Spielbedingungen gehabt. Das Mehl für den Belag mussten wir uns selbst aus Ziegeln herstellen. Schornsteinfegermeister Gerhard Menzel hat uns oft die Ziegel besorgt. Ein anderer hat sie zur Mühle nach Jessen gebracht – es war eine kollektive Arbeit. Auch an die Bälle zu kommen war sehr schwer. Bei Meisterschaften haben wir oft abgespielte Bälle von den Stars bekommen, die waren für uns aber noch sehr gut. Oder wir haben Bälle aus dem Westen mitgebracht – wer konnte. Ein Höhepunkt war, als der Davis-Cup-Spieler Richard Schönborn aus Prag die Sprembergerin Hannelore Seifert heiratete, das war 1960. Ich selbst hab’ bis zu meiner Hochzeit aktiv gespielt, bin aber bis heute Vereinsmitglied.“
Und zu den Gebäuden schreibt Hans-Joachim Nevoigt, hier leider etwas kurz: „Ein Umzug in Richtung Lange Brücke in der Dresdener Straße kurz vor der Brücke. Die Mauer grenzt das schon enttrümmerte Grundstück Kaufhaus Hübel ab. Das einzige unzerstörte Haus war das Geschäftshaus Julius Rau – Textilwaren -, dann auch Edith Hartmann – Porzellanwaren und Geschenke. Das Haus Rau wurde nochmal beschädigt. Anfang der 50er-Jahre hat ein LKW das Haus gerammt, Russen haben vom Auto aus den Schaden repariert.“
Herzlichen Dank für diese Erinnerungen!
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