Damit der Mensch nicht zum Fall wird

K_kommentar_wpDas trotzt Respekt ab. Fünf Spremberger haben sich bereit erklärt, ihre Freizeit dafür zu opfern, Schülern auf dem Weg in die Arbeitswelt, ein beratender Begleiter zu sein. Und zwar jenen Schülern, deren Weg in die Langzeitarbeitslosigkeit bereits geebnet zu sein scheint, noch bevor sie die Schule verlassen haben. Die Fünf sind keine Päda-gogen. Sie sind keine Arbeitsmarktexperten. Sie sind keine Psychologen. Sie sind Spremberger Rentner, die sich nicht damit abfinden wollen, dass Berufs-Wege für einige Kinder aus Problem-Familien in der Sackgasse Arbeitslosigkeit enden. Ein Zuhörer sein. Ein Gesprächspartner sein. Ein Freund werden. So etwa stellten sich alle fünf zu Beginn ihre ehrenamtliche Mentorenarbeit vor. Doch was ist, wenn der Schüler nicht zuhören will, wenn ein Gespräch an einem Gesprächstermin scheitert und wenn das Freundwerden so schwierig ist, weil die Kinder aufgrund ihrer Lebenserfahrungen nur schwer vertrauen können? Dann ist Geduld gefragt. Viel Geduld! Dann muss der Mentor den Kindern hinterherlaufen, immer und immer wieder um einen Gesprächstermin bitten und vor allem diesen Gedanken verdrängen: warum tue ich mir das an, wenn meine helfende Hand, nicht angenommen wird? Das Mentoren-Projekt bei dem Schüler 1:1 betreut werden, ist ein Experiment. Nur wenn es den Mentoren gelingt, dass ihre helfende Hand auch angenommen wird, kann dieses erfolgreich sein. Eine Anleitung für dieses Experiment gibt es nicht-kann es nicht geben. Der Gedanke, dass einer dieser Schüler einmal nicht zu einem Fall wird, der eines Fallmanagers bedarf, macht die Aktion so Unterstützenswert. Nachahmer erwünscht!