Schiff ahoi! Leser charterten die Santa Barbara

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Gruppenfoto am Ende der Rundfahrt am Steg in Großkoschen. Petra Heinrich (7.v.l.), Herausgeberin der jetzt im 14-tägigen Rhythmus im Seenland erscheinenden Heimatzeitung „Der Märkische Bote“, hatte zur Kaffeefahrt eingeladen
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Während Rolf Bothen die „Santa Barbara“ sicher steuerte, berichtete Marianne Löwa (stehend) den Leserinnen und Lesern des „Märkischen Boten“ von Plänen ihrer Reederei

Unsere „Damals war’s“-Gewinner lernten sich zur Kaffefahrt auf dem Senftenberger See kennen:
Senftenberg (MB). Einmal mehr war die beliebte „Santa Barbara“ am vergangenen Sonntag ein Gute-Laune-Dampfer. Zur Kaffeefahrt hatte „Der Märkische Bote“ die Gewinner der letzten „Damals war’s“-Rätselbild-Runden eingeladen. Mit großer Begeisterung versuchen unsere Leser, oft in Familie oder mit Bekannten,  die historischen Motive zuzuordnen und manchmal auch alte Geschichten damit zu verknüpfen. Die Redaktion freut sich über die meist sehr persönlich gehaltenen Zuschriften und löst damit die „Rätsel“ auf. In der Gewinner-Runde am vergangenen Sonntag trafen sich Leser, die sich durch solche Rätselzuschriften schon brieflich kennengelernt hatte und sich nun endlich direkt trafen. Es gab unterwegs viel zu erzählen. Obwohl alle im erweiterten Seenland zwischen Ortrand und Großräschen, Lauchhammer und Hosena leben, sind sie doch in den letzten Jahrzehnten nur ein- oder zweimal über’n See gefahren. Daher war die Freude über die Einladung groß. Reederin Marianne Löwa begrüßte die Gäste der Heimatzeitung nun schon zum wiederholten Male in diesem Sommer. Rolf Bothe, der frühere Schiffsbetreiber, saß am Steuer. Auch mit ihm sind Redakteure des Märkischen Boten, den es schon seit 1990 als lupenrein ost-
deutsches  Familienunternehmen gibt, in den vergangenen Jahrzehnten oft gefahren.

Die „Santa Barbara“  ist ein Stück Lausitz, also auch ein Stück „Märkische Heimat“, über der so stolz der Rote Adler aufsteigt. Die Seenländer sind eigentlich nicht so sehr die „Sand-Märker“, sondern eher sächsisch gefärbt. Das alte „Bollwerk gegen Kursachsen“ hat sich im Schweiße Arbeit gewandelt. Einige Leser, die hier im Schiff saßen, haben im Kohle­tagebau oder im Schotterschacht Koschendorf ihr Berufsleben verbracht. Der Rest vom Koschenberg, zu dessen Füßen heute die Grauwacke aus 80 Meter Tiefe geschürft wird, ragt hoch über den Grüngürtel am Seeufer hinaus.
Unsere Leser kennen sich aus in der Gegend, wissen, dass der Märkische Bote überall gern gelesen wird. „Hoffentlich kommt Ihr bald jede Woche“, sagt Hildegard Echner, und die anderen am Tisch stimmen zu. Sie ist mit 95 Jahren die älteste der Gesellschaft, vielen gut bekannt. Nach dem Krieg arbeitete sie 25 Jahre bei der Sparkasse in Ortrand, wo sie seit 1932 wohnt. Heute bastelt sie in freien Stunden Strohsterne (1000 Stück dieses Jahr!) und lässt sie in der Kirche verkaufen als Spende für die Orgel.

Die Zeit vergeht zu schnell. Die „Santa Barbara“ macht wieder fest. Bis zum Wiedersehen!


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