
Winterschnitt fördert die Obstbildung / Unfallschutz beachten.
Region ( MB). Baumpflege ist eigentlich das ganze Jahr über möglich, wenn es um die Beseitigung von Totholz geht. Bei vielen Pflanzen pausiert das Wachstum im Herbst und es ist Zeit, um Stauden, Sträucher, Hecken und Kübelpflanzen zurückzuschneiden. Bäume und Sträucher befinden sich derzeit in der Winterruhe, sie stehen also „nicht im Saft“. Daher können jetzt Sägen, Scheren und weitere Werkzeuge angesetzt werden. Auch Bäume vertragen nun einen Rückschnitt.
Wer sich kräftige Obstbäume und eine reichhaltige Ernte wünscht, sollte spätestens Ende März mit dem Beschneiden der Gehölze fertig sein. Ein Winterschnitt stärkt das Holz und regt das Wachstum an. Ein sonniger, trockener und frostfreier Tag eignet sich am besten zum Beschneiden. Damit der Baum genug Zeit hat, um sich zu erholen, sollten früh austreibende Gehölze zuerst beschnitten werden.
Schnitt gut auswählen
Dennoch gilt es einiges zu beachten. Hauptziel beim Baumschnitt ist insbesondere die Verkleinerung der Krone. Was nützen die die schönsten Äpfel, Birnen oder Kirschen in vier oder sechs Meter Höhe, wenn kaum noch ein Erntepflücker dort herankommt – deshalb ist es ratsam, die Krone zurückzusetzen.
Ein zweites Ziel des Baumschnittes ist es, aus Sicht des Menschen „unnütze“ Triebe zu entfernen. Das sind in erster Linie sogenannte Wasserreiser, die nur Wasser und Nährstoffe verbrauchen, aber keine Früchte tragen. Darüber hinaus gilt es, abgestorbene Äste und Zweige sowie krankes und mit Schädlingen befallenes Material zu beseitigen und möglichst zeitnah zu entsorgen. Wer die Baumkrone verkleinern will, sollte diese gleichmäßig zurückschneiden. Hier kann man sich gut orientieren: der Hauptast sollte möglichst über einem darunter abzweigenden Seitentrieb abgeschnitten werden. Fachleute sprechen vom „Ableiten“. Im Inneren der Krone müssen all jene Äste entfernt werden, die sich gegenseitig behindern, die nach innen wachsen oder sich kreuzen. Doch Obacht: falsche Schnittmaßnamen führen zu explosionsartigen Austrieben von Wasserschossen. Die Folge ist dann ein Totalschaden, Baumkronen müssen über einen langen Zeitraum wieder aufgebaut werden – wenn es überhaupt noch möglich ist.
Damit Wunden schnell wieder zuwachsen und um Faulstellen zu vermeiden, ist die richtige Schnittführung sehr wichtig.
Geschnitten wird schräg kurz über einer nach außen weisenden Knospe, damit der Trieb gen Licht wächst. Wer ganze Äste entfernen möchte, sollte diese eng am sogenannten Astring, also knapp über der Verzweigung, schneiden. So kann das Wundgewebe gut heilen. Generell gilt: Nicht schnippeln, sondern gezielt, aber nicht zu viel schneiden. Durch den Schnitt sollten keine Astgabeln entstehen, da sich hier Wasser sammelt und Fäulnis entstehen kann.
Werkzeug muss passen
Wichtig für kleinere Arbeiten sind scharfe Werkzeuge, die einen glatten Schnitt ermöglichen. Die Schnittstellen sollten so klein wie möglich gehalten werden, sonst droht die Gefahr eines Pilzbefalls. Baumscheren und Handsägen eignen sich gut zum Stutzen kräftigerer Zweige und dichter Gehölze. Ein elektrischer „Fuchsschwanz“ mit dem passenden Sägeblatt erleichtert die Arbeit. Die Astschere hat besonders lange Griffe und eine kräftige Schneide und schneidet somit auch zentimeterdickes Holz gut – wenn es sich in erreichbarer Höhe befindet. Beim Auslichten eines Baumes hilft eine spezielle Baumschere mit Seilzug oder elektrischem Antrieb an einem ausziehbaren Teleskopstiel. Zum Beschneiden der Baumkronen empfiehlt sich ein Hoch-entaster mit Benzinmotor Mit ihm lassen sich vom Boden aus Äste in bis zu vier Metern Höhe sauber und baumschonend kappen.
Bei höheren Bäumen sollte allerdings auf abenteuerliche Kletterei verzichtet werden, da muss der Profi ran – erst recht, wenn ein Baum gefällt werden soll. Auch beim Einsatz einer Leiter ist auf eine Sicherung zu achten.
Das Schnittgut sollte auf einer entsprechenden Deponie entsorgt werden. In der Lausitz wird es traditionell für die Osterfeuer aufbewahrt. Allerdings sollte das Reisig bis dahin öfter umgestapelt werden, damit sich zum einen keine Feuchtigkeit sammelt und zum anderen dort keine Tiere einziehen können.
Weitere Hinweise geben die Lausitzer Experten für Gartengestaltung und Baumpflege.








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