Kommentar: Grüne Kreuze

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Das mahnende Gipfelkreuz auf der Saspower Deponie musste wieder entfernt werden, aber jetzt wachsen die grünen Kreuze zu hunderten, ja, tausenden aus den Feldern. Angst und Sorgen machen unsere Heimat zu Deutschland einig Bauernland.
Was Bauer Hans (Pschuskel) hier noch versagt wurde, stieß Bauer Willi (Kremer-Schillings aus Nordrhein-Westfaelen) bundesweit an. Ein Aktion, die von den Bauernverbänden unterstützt wird und für die beklommene Stimmung der Landwirte Zeichen setzt. An den Straßen um Drebkau, an den Radwegen Richtung Luckau und überall sonst protestieren die grünen Kreuze gegen den Generalverdacht, Landwirte seien Verschmutzer, Vergifter und Tierquäler. Das sind sie ganz sicher nicht; vielmehr produzieren sie mit viel Fleiß und zunehmend unter Druck unser aller Lebensmittel. Das „Agrarpaket“ der Bundesregierung, das dem ökologischen Notstand entgegenwirken will, macht ausgerechnet ihnen, die der Natur am nächsten stehen, Existenzängste. Die Sorge um die Natur ist berechtigt, aber die ganze Gesellschaft muss die Last tragen. Das gelänge etwa durch Fördermittel, wenn die vernünftig eingesetzt würden.
Immer häufiger sehen Radler Blühstreifen an den Feldrändern. Bauern legen sie auf ihre Kosten an und nehmen den Verlust der Anbaufläche in Kauf. Für solche Maßnahmen gibt es Fördermittel, die aber an eine bestimmte Blühmischung gebunden sind, so dass die Fördermittel beim Saatguthersteller bleiben und beim Landwirt nichts mehr ankommt. Ein Beispiel von vielen, das Bauern für dumm verkauft. Verbote, sagen Praktiker, stehen in keinem Verhältnis zur realen Vermögenslage der Landwirte, und da gibt es zwischen Ost und West kaum noch Unterschiede.
Dosierter Pflanzenschutz, aber auch Preise für Tierprodukte (der Bauer bekommt klägliche 30 Cent pro Liter Milch) sind Themen für uns alle – gemahnen die Kreuze am Wege.     J.H.


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