Roter Granit für Corona Schröter / Roter Granit für Corona Schröter / Weimarer Goethe-Gesellschaft ermöglichte 1905 die Denkmal-Einweihung
Es war diesmal ein leichtes Rätsel, und viele Leser teilten uns ihre Lösung mit wie auch Heidi Schäfuhs. Sie löste am Telefon: „Es handelt sich um Corona Schröter, am 14. Januar 1751 geboren, genau 200 Jahre älter als ich. Von der Theaterinsel aus sieht man die Brücke, das Wasserkraftwerk und das Rathaus.“
Hannes Trzakorski schreibt ausführlicher: „Sie meinen in Ihrer Frage ganz sicher die Gubener Künstlerin Corona Schröter. Die Büste, die im Vordergrund des Rätselbildes im Schatten steht, befand sich auf der Spitze der Schützeninsel. Der Schatten stammt vom Eingangsportal des Theaters, an den Bildrändern sind deutlich die Säulen zu erkennen, dessen Überreste sich auf dem nachgebauten Portal befinden. Etwa an gleicher Stelle wurde ein Sockel aufgestellt, nur die Büste fehlt. Wird eine solche Nachbildung noch angefertigt?
Für die Gubener Schönheit und angesehene Künstlerin, die am 14. Januar 1751 geboren und am 23. August 1802 verstorben ist, wurde am 20. Mai 1905 dieses Denkmal eingeweiht. Die Bronzebüste war auf einer Säule aus rotem Schwedischen Granit befestigt, auf der in einem Kranz ihr Name zu lesen war. Der quaderförmige Fuß war aus Granit aus dem Fichtelgebirge gehauen. An dessen Vorderseite waren Goethes Gedenkworte eingemeißelt: ‘Es gönnten ihr die Musen jede Gunst, Und die Natur erschuf in ihr die Kunst.’ Geschaffen wurde das Denkmal von Prof. Karl Donndorf aus Stuttgart. Großen Anteil an der Entstehung des Denkmals hatte die Goethe-Gesellschaft in Weimar, die die Finanzierung sehr stark unterstützte. Die Gesellschaft startete sogar einen Spendenaufruf. Für Guben war Corona Schröter, eine Freundin unseres großen Dichters Goethes, ein Glücksfall, lebte die Schauspielerin und Sängerin doch gerade drei kurze Jahre in ihrer Geburtsstadt. Sie war die Tochter eines Militärmusikers des Sächsischen Graf Brühl-Regiments, das hier eine Garnison stationiert hatte. Trotzdem plante die Stadt schon beim Bau des Stadttheaters 1874 ein Denkmal für die heimische Künstlerin. Zur Einweihung kam das komplette Denkmalkommitee aus Weimar nach Guben gereist. Es muss ein großartiges Ereignis gewesen sein.“
Sandra Neuß ergänzt in ihrer E-Mail: „Es wurde ja schon viel veröffentlicht über die Gubenerin. Ich habe in meinen historischen Büchern gefunden, dass die noch junge Schauspielerin Johann Wolfgang von Goethe nachhaltig beeindruckte. In der Folge wurde sie auf sein Drängen hin nach Weimar geholt und erhielt dort als Kammersängerin und Hof-Vokalistin eine Anstellung. Sie soll die erste Schauspielerin gewesen sein, die die Iphigenie darstellte.
Gestorben ist sie an TBC mit gerade 51 Jahren. Das war selbst für damalige Zeiten kein hohes Alter. Schade, dass es damals noch keine Aufzeichnungsmöglichkeiten gab.“
Vielen Dank allen Ratefreunden.
Corona Schröter, Sopranistin, Komponistin und Iphigenie-Darstellerin (1751-1802) in einem Stahlstich von Auguste Hüssener | Repro: privat
