Schloss und Park Altdöbern laden ein

Im September öffnet das Schloss am Denkmaltag, dazu gibt’s Parkführung.

Schloss Altdöbern
Erste Station unserer Sommertour: Schloss Altdöbern.

Klaus Kaschke vom Skadower Weg in Cottbus erkannte: „Die Sommertour schaut auf das Schloss in Altdöbern. Die Lithographie zeigt diesen schönen Barockbau noch im unverbauten, symmetrischen Zustand. Park und Zaun zeigten noch einen anderen, wie ich glaube, schöneren Zustand. Von den damaligen Skulpturen sind noch einige zu sehen, andere haben einen neuen Platz gefunden. Auch der Balkon über dem Eingang und der Springbrunnen sind hinzugekommen. Genaueres zur Historie wissen gewiß die anderen Leser. Anbei Frontansichten, darunter (hier rechts) ein Sommerbild mit blumengeschmücktem Brunnen.“

Anke Riederer mailt: „Meine Tante hat in Altdöbern gewohnt und mein Cousin wohnt immernoch dort.“

Manfred Gnida vom Weinberg in Spremberg kennt die Geschichte: „Diese Sommertour führt nach Altdöbern und zeigt eine Lithographie der Schlossanlage von Alexander Duncker um 1861/62. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes geschah im Jahr 1285. General Alexander Dietrich von Eickstedt kaufte 1712 Altdöbern und in dieser Zeit wurde das mittelalterliche Schloss abgerissen und durch einen Barockbau ersetzt. Er vererbte 1727 das Schloss an seinen Sohn Heinrich Alexander von Eickstedt, und nach dessen Tod kam es 1746 durch Kauf an den Küchenmeister Nöller und ging 1749 über an dessen Schwiegersohn Carl Heinrich von Heinecken. In den Jahren 1749/50 erfolgte durch ihn eine umfassende Neu- und Umgestaltung. Um 1800 bekam die gesamte Anlage um das Schloss ein neues Gesicht, und zum Ensemble gehörte nun eine Vorhofanlage mit Kavalierhäusern, ein Marstall, eine Orangerie und die Wirtschaftsgebäude der ehemaligen Gutsanlage. Der Park im Stil einer Barockanlage des 18. Jahrhunderts bezauberte mit Sandsteinplastiken, zahlreichen Wasserspielen, dem 13 Hektar großen ‘Salzteich’ sowie dem Französischen Garten. Nicht nur der Goldfischteich und Neptunbrunnen, gestaltet vom Bildhauer Gottfried Knöffler aus Dreden, auch seltene Gehölze erinnern an einen wunderschönen Landschaftspark. Um 1880 hatte Graf von Witzeleben Umbauten am Schloss vorgenommen, aber es begann leider ein Niedergang des Schlosses, als 1938 der Nationalsozialismus den jüdischen Berliner Zigarettenfabrikanten Eugen Laib Garbaty zwang, das Anwesen zu verkaufen. Seit 1917 benutzte und pflegte die Familie über 20 Jahre diesen Ort als Sommersitz und emigrierte später in die USA. Nach Plünderung 1945 verwilderte der Park, und das Schloss diente bis 1974 als Kinder- und Altenheim der Caritas und fand im Anschluss keine Nutzung. Es kam auch eine bedrohliche Zeit für Schloss und den Park Altdöbern sowie das Gut Geisendorf, als sich Kohlebagger diesen Orten näherten, aber durch regionale Politik konnte das Kulturgut erhalten bleiben. Seit 1995 kümmern sich die Deutschen Stiftung Denkmalschutz und die Brandenburger Schlösser GmbH auch um diese Schlösser und Herrenhäuser. So kann man heute wieder ein restauriertes Schloss und einen schönen Park bewundern. Wichtig für Altdöbern war 1819 die Gründung eines privaten Lehrerseminars aus dem 1892 das königlich-preußische Lehrerseminaramt wurde, wo schon zu Kaiser- zeiten Lehrerausbildung erfolgte. Das Lehrerseminar bestand von 1953 bis 1973 und war zu DDR-Zeit ein Institut für Lehrerausbidung. Ehemalige Studenten werden noch Erinnerungen an Altdöbern haben.“

Sommerstimmung
Sommerstimmung in Altdöbern, fotografiert von Klaus Kaschke

Sabine Mischok aus der Sanzebergstraße in Cottbus reimte mal wieder: „Die Lithografie fand ich im Jahrbuch Nr. zwei / und ausführlichen Text dabei./ Das Schloss in schönem Sonnenlicht / kenne ich leider persönlich nicht.“ Das lässt sich sicher an einem schönen Wochenende nachholen. Vieleicht beim Denkmaltag, der weiter unten angekündigt wird.

Frank Irmer aus der Cottbuser Philipp-Melanchthon-Straße schreibt: „Zu sehen ist das um 1720 entstandene Barockschloss, nach Abriss einer Wasserburg aus dem 15. Jahrhundert, mit Lustgarten. Hier fehlen noch die Zwiebeltürme, die nach 1880 erbaut wurden und das neoromanische Landhaus von 1888 auf der Ost Seite. Seine Geschichte ist voll von wechselnden Eigentümern bis ins 20./21. Jahrhundert. Selbst die DEFA nutzte das Schloss 1976 für einen Märchenfilm.“

Ines Krätsch aus der Jahnstraße in Döbern lädt nach Altdöbern ein: „Der Aufsatz ‘Carl Heinrich von Heinecken auf Schloss Altdöbern’ ist im Jahrbuch Nr. 2, zwanzig-achtzehn, zu finden. Wer sich für besondere Gärten und Schlösser interessiert, wird in Altdöbern fündig. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz lädt am Tag des offenen Denkmals nach Altdöbern ein, am 14.9.2025, 11 bis 16:30 Uhr. Von 11 Uhr bis 15 Uhr ist das Schloss geöffnet. Der Park ist sowieso zugänglich. Um 15:30 findet eine einstündige Parkführung zum Skulpturenprogramm statt. Treffpunkt ist vor dem Schloss. Um Schloss und Park Altdöbern für die Zukunft zu sichern, übernahm es die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in ihr Eigentum und trägt so dauerhaft Verantwortung für seinen Erhalt. Altdöbern ist Mitglied im Europäischen Parkverbund Lausitz. Diese seltene Kombination eines Barockgartens mit einem Landschaftspark entwickelt sich mehr und mehr zu einer Perle der Gartenkunst zwischen Berlin und Dresden. Die Spuren, die berühmte Architekten, Gartenkünstler und Bildhauer hier hinterlassen haben, werden seit einigen Jahren mustergültig saniert. Restaurierte Wege, spannende Sichtachsen und originelle Parkarchitekturen sind zu entdecken.“

Aus Guben grüßt Arno Schulz: „Das Bild zeigt das Schloss von Altdöbern. Das Schloss von Lübbenau passt mit seinem abgewinkelten Grundriss nicht zu dem Foto, ebensowenig das Dreiflügelschloss von Pförten, heute polnisch Brody. Leider ist das Hauptgebäude der dortigen Schloss- anlage noch immer eine Ruine. Die Ansicht des Altdöberner Schlosses ähnelt stark der barocken brühlschen Anlage und erscheint auf dem ersten Blick wie eine kleinere Kopie. Ob hier auch Johann Cristoph Knöffel mitgewirkt hat, habe ich nicht erlesen. Die späteren Anbauten sind auf dem Bild nicht zu erkennen. Von 1943 bis 1945 war hier der Sitz der Schwedischen Botschaft. Der Park mit der Schlossanlage befanden sich bei meinem Besuch in einem gepflegten Zustand.“
Klaus Reiter fand heraus: „Wir sehen hier die herrliche Schloss- und Parkanlage in Altdöbern. Am 11.9.2015 war die Wiedereröffnung der komplett restaurierten Dreiflügelschlossanlage. Wie man nachlesen kann, geht das Schloss auf eine frühdeutsche Wasserburg zurück. Ab 1945 begann der Verfall des Grundstückes und 1946 kam der Caritasverband, der das Gebäude als Waisenhaus, Kinder- und Altenheim nutzte. 1990 übernahm die brandenburgische Schlösser GmbH das Anwesen. Wir waren auch schön öfter dort, man kann gut essen. Auch die DEFA war dort und drehte den Märchenfilm ‘Der Meisterdieb’ im Jahr 1976.“

Jens Pumpa aus Cottbus schreibt: „Das heutige Schloss im barocken Stil wurde ab 1717 errichtet. Die Gemeinde Altdöbern verpachtete es 1946 dem Caritas-Verband. Dieser nutzte es zunächst als Waisenhaus, danach bis 1974 als Kinder- und Altenheim.“

Zuletzt geben wir Otto Eduard Schnidt, dem Autor des Beitrages im NIEDERLAUSTZ-Jahrbuch von 2018, das Wort: „Carl Heinrich von Heinecken war der Name, der uns eigentlich nach Altdöbern geführt hatte. Als wir unter Führung des Herrn Kantors die Kirche besichtigten und quer übers Schiff auf die herrschaftliche Kapelle zuschritten, standen wir vor einem eigentümlichen Denkmal. Von der Wand leuchtete uns der in Marmor gemeißelte Kopf eines Mannes entgegen, der seines Lebens Ziel und Richtung durch ein beigefügtes Buch, eine Leier und einen Lorbeerkranz zu bezeichnen wünschte. Dazu in latein ein Spruch von Horatz, den Schiller interpretiert hätte: ‘Denn wer den Besten seiner Zeit genug getan, der hat gelebt für alle Zeiten’. Carl Heinrich von Heinecken, des Heiligen Römischen Reiches Ritter, Pfleger der schönen Künste, starb am 24. Januar 1791 im 84. Jahre seines Alters.“

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