Neue Skoda-Straßenbahnen nehmen regulären Betrieb in Cottbus auf

Meilenstein für den Nahverkehr in Cottbus / Mehr Komfort erwartet.

neue Skoda-Straßenbahnen
Am 15.8. nahmen in Cottbus sieben neuen Skoda-Straßenbahnen ihren regulären Betrieb auf. Weitere 22 Bahnen sollen folgen. Foto: Cottbusverkehr GmbH

Cottbus (MB). Nach fünf Jahren Planung, Ausschreibung, Fertigung und Vorbereitung ist es nun soweit: Seit Freitag, 15.8., sind auf den Cottbuser Gleisen die Straßenbahnen der neuen Generation regulär unterwegs. In der über 120-jährigen Geschichte der Cottbuser Straßenbahn sind es die ersten neuen Bahnen seit 35 Jahren.
„Mit der heutigen Inbetriebnahme setzen wir ein starkes Zeichen für nachhaltige Mobilität, Barrierefreiheit und Komfort im Nahverkehr. Die neuen Bahnen sind nicht nur eine Investition in Technik, sondern auch in Lebensqualität für die Menschen in Cottbus und der Region“, betonte Ralf Thalmann, Geschäftsführer der Cottbusverkehr GmbH bei der feierlichen Übergabe der Bahnen. Laut Detlef Tabbert, Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, gehe Cottbus bei der Infrastruktur im Personen-Nahverkehr sowie modernen Fahrzeugen auf den Schienen vorbildliche Wege. Die Straßenbahnbeschaffung wurde in enger Kooperation mit Brandenburg an der Havel und Frankfurt (Oder) umgesetzt. Gemeinsam wurde eine europaweite Ausschreibung realisiert und vorhandene Fördermöglichkeiten genutzt.

Mittlerweile sind sieben von insgesamt 22 neuen Cottbuser Straßenbahnen vor Ort und werden sukzessive in den Probebetrieb überführt. „Wir freuen uns, mit der Skoda Transportation Group einen verlässlichen Partner gefunden zu haben, der uns mit seiner Erfahrung und Innovationskraft überzeugt hat“, so die Geschäftsführung. Die neuen Bahnen vom Typ ForCity Plus sind technisch ein deutlicher Fortschritt gegenüber den bisherigen Modellen der Tatra-Baureihe. Mit einer Breite von 2,40 Metern und einer Länge von 29 Metern bieten sie mehr Bewegungsfreiheit für die Fahrgäste. Die Gesamtkapazität von 158 Fahrgästen umfasst 61 feste Sitzplätze und weitere sechs Klappsitze. Mit zwei Rollstuhlplätzen, einem Mehrzweckbereich für Kinderwagen und Rollatoren, einem ebenerdigen Einstieg über vier von sechs Türen und einer ausfahrbaren Rampe ist die Barrierefreiheit erweitert worden. Eine Klimaanlage, ein modernes Audiosystem für sehbeeinträchtigte Fahrgäste und ein digitales Fahrgastinformationssystem erhöhen den Komfort. Die neuen Fahrzeuge sollen schrittweise ausgediente Tatra-Bahnen ersetzen, zunächst aber parallel mit diesen im Einsatz sein. Der vertraute Anblick der Tatra-Fahrzeuge wird daher weiterhin zum Stadtbild gehören.

Die Finanzierung der ersten sieben Bahnen erfolgt aus Eigenmitteln der Stadt Cottbus und Mitteln des Landes Brandenburg. Für die weiteren 15 Fahrzeuge konnte eine Förderquote von 90 Prozent durch die Investitionsbank des Landes Brandenburg erreicht werden. Diese Mittel stammen aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen. Die Sparkasse Spree-Neiße stand über die gesamte Zeit als Kreditgeber hilfreich zur Seite. „Diese Finanzierungskonstruktion ist ein Paradebeispiel dafür, wie kommunale Zusammenarbeit, Landes- und Bundesförderung Hand in Hand gehen können, um Infrastrukturprojekte von solcher Tragweite zu ermöglichen“, erklärte Ralf Thalmann.

Oberbürgermeister Tobias Schick führt dazu aus: „Das ist ein Tag, der an die Aufbruchsära unter Oberbürgermeister Paul Werner mit den ersten Straßenbahnen 1903 erinnert. Ich spüre eine solche Aufbruchsstimmung auch heute mit dem Strukturwandel und den neuen, supermodernen Straßenbahnen als ein wichtiges und reales Symbol. Dabei ist und bleibt unsere Straßenbahn identitätsstiftend für die Bürger unserer Stadt und Teil des städtischen Stolzes. Ein moderner und umweltverträglicher öffentlicher Nahverkehr braucht jedoch mehr und stetige Aufmerksamkeit und Unterstützung von allen Partnern.“

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