Die beliebte „Friedenseiche“ endete im familiären Interessenkonflikt.

Wie erwartet, gab es viel freudige Resonanz zum frühen Bild der „Friedenseiche“. Wie NICHT erwartet, sahen Andreas Mielke und andere Leser in dem Foto das Ausflugslokal ‘Prinz Albert’ an der Kolkwitzer Hauptstraße, das auch einen schönen Kaffeegarten hatte und ebenfalls abgerissen ist.
Doch richtig bleibt Cottbus-Branitz, und Frank Irmer erinnert sich gut an den „Gasthof zur Friedenseiche. Das Haus verfügte über einen Saal, drei Gasträume und einen Kaffeegarten. Spezialität waren die Lausitzer Hefeplinse, ohne ‘z’. Wer nicht laufen oder mit dem Rad fahren wollte, nahm die Pioniereisenbahn / Parkeisenbahn und stieg an der Station ‘Friedenseiche’, heute ‘Park & Schloss Branitz’, aus. Zu unserer Kinderzeit waren die Bäume im Vorgarten schon zu stattlicher Größe herangewachsen. 1995 wurde die Gaststätte geschlossen und 2010 verschwanden Gebäude und Bäume auf Nimmerwiedersehen aus dem Blickfeld aber nicht aus dem Gedächtnis.“
„Dieses Bild erzeugt Erinnerung: Mit der Pioniereisenbahn zum Bahnhof Friedenseiche, dann ein kurzer Fußmarsch und dann: die sagenhaft guten Plinse genießen“, schreibt Ramiro Lehmann aus Sielow. Und weiter: „1909 erhielt der Bauer Wilhelm Jost die Baugenehmigung für den Bau einer Gaststätte. Am 1.12.1910 war die Eröffnung mit Kaffee-Garten und einem Saal mit 400 Plätzen. Besitzerin war Anna, die Witwe von Wilhelm Jost. Den Saal habe ich leider nicht kennengelernt; er wurde 1961 nach dem Fastnachtstanz geschlossen.“

Marion und Heinz Bahrke aus Branitz, Organisatoren der Ortschronik, zitieren dankenswerter Weise aus dieser Denkschrift: „Es war die größte Gaststätte der Umgebung und Heimstatt der Vereine. 1942 bis 1945 waren im Saal Soldaten der Wehrmacht untergebracht. 1945 richtete die Rote Armee hier ihre Kfz.-Werkstatt und ein Pferdedepot ein. Bis 1952 führte Anna Wilhelm, Tochter des 1916 verunglückten Wilhelm Jost, das Objekt. Sie hat die ‘Friedenseiche’ kurz vor ihrem Tod an ihre Tochter Marie Rätzel, Mutter des letzten Gastwirts Hans Rätzel, übergeben. Weil sich Marie einer Verstaatlichung widersetzte, wurde sie schlecht beliefert. Trotzdem blieb sie in diesen Zeiten durch gute Hausmannskost, besonders die echten Branitzer Plinse, berühmt. Hans Rätzel, der letzte Gastwirt, starb am 8.7.2007 viel zu früh. Pfarrer Huppatz sagte bei der Trauerfeier: Mit seinem Tod stirbt die Geschichte der ‘Friedenseiche’. Obwohl der Gasthof unter Denkmalsschutz stand, erfolgte sein Abriss zur Errichtung von Eigenheimen.“
„An Tanzabende, Maskenbälle, Schlachtschüsseln zu Himmelfahrt und Hausmannskost bei Rätzels“ und vieles mehr erinnert sich auch Manfred Gnida aus Spremberg. Lutz Kleinert aus Cottbus Ströbitz schreibt: „Der Anblick schmerzt sehr. Soweit hätte es nicht kommen dürfen! Eigentümer / Erben lebten getrennt im geteilten Deutschland. Im Westen konnte man nicht nachvollziehen, wie problematisch der Erhalt eines so großen Objekts in der DDR war. Nach der Wende fand man offenbar nicht zueinander…“
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