An diesem Wochenende wird am Gut Geisendorf bei Neupetershain das Sommerfest gefeiert. Kurz zuvor war der Chef der Vattenfall Europe AG, Tuomo Hatakka, auf Stippvisite an diesem besonderen Ort, wo der zerstörerische Tagebau und menschliche Baukunst voller Kultur und Leben so nah aneinander geraten, wie an keinem anderen Platz. Bedrohlich und faszinierend nahe zugleich! Nur eine extrem stabile Mauer verhindert ein Abrutschen des Gutes in die staubige Tiefe der Kohlegrube.
Genau an diesem Ort erneuerte der Energie-Manager aus Finnland das Festhalten des Konzerns an der Kohlenutzung für mindestens zwei weitere Generationen. Es bleibt der Solar- und Windstrom-Generation gar nichts anderes übrig, als auf diese stabile Energieproduktion zum Ausgleich der extremen Schwankungen zu setzen. Auf Böen und Flauten, Wolken oder helle Sonne ist schlecht Verlass. Betreiber der Stromnetze müssen inzwischen so stark wie nie zuvor regulierend eingreifen und auch immer öfter Photovoltaik- und Windanlagen abschalten, um die Netze nicht bersten zu lassen. Der Strom fließt immer mehr in die entgegengesetzte, die belastende Richtung. Es ist eine der größten technischen und logistischen Herausforderungen der nächsten 15 Jahre, die notwendigen Investitionen in Stromnetze zu stemmen. Alle Energieunternehmen, egal welcher Größe, müssen das zusammen leisten, prophezeit Tuomo Hatakka.
Anstrengungen waren diese Woche in Klein Gaglow zu sehen, als ein 400-Tonnen-Kran eine Schaltanlage an ihren Platz hievte. Es ist der Anfang einer faszinierend bedrohlichen Nähe entlang der Kohlegrube in unbekanntes Land neuer Energien. Jens Haberland