Wohnungsleerstand forderte Rückbau von oben
Die markanten Wohnblöcke in der Kaltenborner Straße wurden schnell erkannt.
Brigitte Krahl: „Die Hausnr. 140, 150 und 160 gibt es nicht mehr, die wurden abgerissen.“ Reinhard Pomösius: „Der Gebäudekomplex wurde 1971 fertig gestellt. Im Mai 1971 zogen wir mit zwei Kindern ein. Im Eingang 160 wurden sechs Wohnungen als Zwischenbelegung für die Bauarbeiter der Theodor Neubauer Oberschule und danach als Unterkunft für Gaststättenpersonal aus Rumänien benutzt. Das Bild müsste aus den 70er Jahren stammen. Ich erkenne unseren abgedeckten Motorroller ‘Berlin’, der 1978 dort stand.“
Elfriede Sucher erlebte hier eine gute Hausgemeinschaft, in der jeder dem anderen half. „Von 1972 bis 2005 wohnte ich hier. Es war ein Schock als 2004 die Nachricht kam, dass der Block komplett abgerissen und andere zurückgebaut werden sollen.“
Bei weiteren Blöcken der GuWo stadteinwärts wurden vor drei Jahren die oberen beiden Geschosse leer gezogen und stillgelegt. Auch diese sollen, wenn die nötigen Gelder vorhanden sind, in gleicher Weise teilweise zurückgebaut werden.
Bärbel Koschack wusste zudem: „Dieses Foto entstand 1975. Es zeigt die hintere Kaltenborner Straße linksseitig zwischen Otto-Nuschke- und Dr.-Külz-Straße. Ab 1970 wurden diese Häuser gebaut um mehr Wohnraum für die im CFG arbeitenden Menschen zu schaffen.
Es waren moderne P2-Wohnungen. Viele Menschen waren damals glücklich über ihren neuen Wohnraum. Heute präsentieren sich einige davon um zwei Etagen niedriger, weil nach der Wende der Wohnraum zunehmend leer stand. Sie wurden 2006/2007 zurückgebaut.
Bevor 1970 das Neubauprogramm begann, standen an dieser Stelle Ein- und Mehrfami-lienhäuser, die 1969 abgerissen wurden. Von der Franz-Mehring-Straße bis zum Krähenbusch – von Hausnummer 110 bis 170 – mussten die Häuschen weichen. Linksseitig standen nur die geraden Nummern. Im Haus Nummer 126 wurde vor dem Krieg mein Mann geboren.“