Eine Wahl spaltet

Das geht eigentlich gar nicht. Wahlen zur qualifizierten Besetzung wichtiger Funktionen in der Gesellschaft sind ein elementarer Parteizweck. Sie führen intern und oft auch öffentlich zu intensiven Gesprächen, Ideenaustausch und Vorschlägen. Parteien rücken dabei von ihren kleinsten Zellen an nach oben hin zusammen. Wahlperioden sind die wirklichen Wachzeiten von Parteien.
Ganz das Gegenteil erlebt gerade jetzt die SPD im Spree-Neiße Kreis. Sie hat einen halbherzigen Wahlkampf für ihren regional wichtigsten Mann, den Land-rat, geführt. Die Leute blieben daheim. Auch, weil Schnee und Kälte war. Aber darauf hatten die Ministeriellen, die den Wahltermin festgelegt hatten, ja gesetzt. Sie wollten ein bisschen Demokratie, aber ja keine starken Landräte mit gewaltigen Mehrheiten. Weder von SPD noch von CDU noch von sonstwo.
Das ging auf. Doch die lokalen SPD-Größen wurden nun nervös. An einen knappen Sieg aus dem Volke hatten sie geglaubt, erschachern lassen aber würde er sich nicht.
Panik war nie ein guter Berater. Aus der Kulisse zauberte der Clan einen „vermittelbaren“ Kandidaten. Das wäre gelaufen – hätten sie ihn wenigstens durch ihre acht Ortsgruppen geschickt, um dort den Schein innerparteilicher Demokratie zu wahren. Nun kann er gewinnen – die Partei aber ist an der Basis kaputt. J.H.