
Magirus-Test am Stadthaus-Giebel
Der herangezoomte Blick in die Marktstraße erforderte einiges Grübeln, war aber für viele Leser letztendlich eine lösbare Aufgabe. „Es ist eine ganz besondere Aufnahmetechnik“, mailt Jürgen Klingmüller aus Cottbus. „Orientiert habe ich mich an dem Südgiebel des alten Rathauses und an dem ersten Gebäude (links) mit der Fahnenstange, in dem unsere Stadtverordneten tagen. Die Häuser auf dieser Seite sind fast alle vom Krieg verschont geblieben. Das alte Rathaus ist jedoch 1945 niedergebrannt. Die Trümmer wurden 1946/47 beseitigt und die gesamte Fläche als Markt- und Parkplatz genutzt. Der Häuserblock hinter dem Rathaus, damals Altmarkt 2 bis 7, wurde schon 1935/36 aus stadtplanerischen Gründen abgetragen. Die Turmspitze rechts im Hintergrund gehört zum damaligen Kaufhaus ‘Zum Mercur’, das im obersten Erkerbereich den Schutzpatron des Handels ‘Mercur’ zeigt. Heute befindet sich in diesem Haus u.a. ein italienisches Eiscafe.“ Auch Susanne Haupt erkannte dieses Handelshaus, in dem sich damals ein Herrenausstatter befand, schreibt sie.
Katrin Lehmann erinnert an den tragischen 21. April 1945, an dem das Alte Rathaus einen Bombentreffer erhielt und abbrannte.
Die linke Häuserfront beschreibt Heinz Frankenberg in seiner Mail: „Markant sind links das Stadthaus, der Eingang zur Scharrengasse, die drei alten Giebelhäuser mit der Löwenapotheke und dann weiter im Hintergrund die Einmündung zur Spremberger Straße mit dem Eckhaus, früher Harzmann.“
Auch Hans-Hermann Schneider tippt auf das Stadthaus neben der Scharrengasse, vor dem die Feuerwehr steht.
Zwar liegt Georg Müller mit der Straßenwahl daneben, doch detailreich erklärt er das Treiben: „Die moderne Fototechnik der Zwanziger Jahre führt an einem gesellschaftsrührigen sonnigen Frühnachmittag, der Schattenwurf beweist es, mit einem Ost-West-Blick in die Berliner Straße auf Höhe des Alten Rathauses. Wehrführer Ewald Haase hatte mit dem OB Erich Kreutz eine freundliche Übereinkunft getroffen, den Stadtoberen mal ganz offiziell aufs Dach zu steigen. Und so bekam die Magirus-Drehleiter, die neue, ihren verantwortungsvollen Übungseinsatz. Die neugierigen Cottbuser im Hintergrund und die aktiven Uniformierten ringsherum begleiteten das außerordentliche Ereignis, während die evakuierten Stadtbediensteten ihrem Kaffee- und Zigarrengenuss in den besten Cafés am Markt frönen durften.“
Karl-Heinz Schlodder ergänzt zur Häuserfront: „Von links ist das Stadthaus 2 zu sehen, es folgt die Scharrengasse, dann die Ratsschänke mit Fleischscharrn – so nannte man damals die Fleischverkaufsstellen in der Stadt, die es in größeren Städten in jedem Stadtteil gab. Daneben befand sich die Löwenapotheke, heute Apothekenmuseum. Die Drehleiter verdeckt weitere Häuser. Zu sehen ist dann wieder das Eckhaus zur Spremberger Straße vom Uhrmacher Harzmann. Schlecht zu erkennen ist geradezu die Lindenpforte. Auf der rechten Seite ist das Eckhaus ‘Mercur’ mit dem durchschimmernden Turm zu sehen, davor war das Kaufhaus. Zwischen diesen beiden Eckhäusern führte damals die Spremberger Straße weiter nach rechts. Bis zur Sandower Straße war hier alles bebaut.
Die Feuerwehr, die auf dem Bild für Aufsehen sorgt, war für diese Übung am Stadthaus damals noch vom Feuerwehr-Depot am Neustädter Tor ausgerückt. Es war die erste Feuerwache der Stadt.“ Vielen Dank allen Lesern, auch wenn einige auf die Sandower Straße tippten.





