Boxkämpfe und Kino zur Nacht
Den Blechenpark und seine Bühne haben die Cottbuser nicht vergessen
Unser „Damals-war’s“-Bild hat wieder eine große Resonanz gefunden.
Stammleser Georg Müller vermeldet diesmal eine friedliche Atmosphäre aus dem Cottbuser Blechenpark. Leider konnte er damals nicht dabei sein, denn die 50er-Jahre waren dem Studium in der Elbmetropole Dresden und Ausflügen in das Elbsandsteingebirge vorbehalten; Cottbus lag für ihn damals ein Stück nördlicher, sonst dazu noch nichts weiter.
Diethart Schulz schrieb uns: „Spazieren im Blechenpark, das sorgte für Erholung und Entspannung. Da werden in mir Erinnerungen geweckt an die wunderschöne Freilichtbühne im Blechenpark, die sich hinter dem HO-Imbiss rechts befand. Ich erinnere mich auch an viele kulturelle Veranstaltungen mit internationalen Künstlern. In den sommerlichen Abendstunden liefen Filme, die den Tag romantisch bei Mondschein und Sternenhimmel ausklingen ließen. Für das leibliche Wohl sorgte der Imbiss-Stand, wie im Foto rechts zu sehen. Bedauerlich nur, dass der Versuch, das beliebte Objekt, welches zu den Arbeiterfestspielen in Cottbus entstanden ist, zu erweitern, durch die Wende 1989 nicht mehr realisiert wurde. Heute erinnern nur noch die Klinkersäulen daran, dass dort einmal eine Bühne stand, was aber nur dem Eingeweihten bekannt ist.“
Monika Franke berichtete: „In dieser Woche wurde der Buchstabe -A- gesucht. Im Blechenpark konnte man erholsam schöne Spaziergänge machen. Noch schöner aber wurde der Tag, wenn wir am Kiosk eine Bockwurst, die dort sehr gut schmeckte, und eine rote Brause kaufen konnten. Der Spaziergang durch die Blumenrabatten erfolgte nur auf angelegten Wegen.“
Gerhard Schuster schrieb uns: „Die Soubrette Erika Reinwald habe ich hier erstmals gehört. Mit welchem Stück, weiß ich nicht mehr. Die Künstler vom Stadttheater traten hier oft an Sonntagen auf. Auch einige Schlagersternchen sangen hier. Natürlich auch Günther Geißler, der ein bekannter Schlagersänger aus Cottbus war.
Aber nicht nur Musik, sondern auch Sport gab es auf der Blechenbühne, um die sich in einem Dreiviertelkreis die Bankreihen wie in einer römischen Arena schnell füllten. Vor allem war sie gut besucht, wenn die Boxer hier ihre Schaukämpfe zeigten. Später dann gab es nur noch Kino zur Nacht. Das hörte auf, als in der DDR die Sommerzeit eingeführt wurde. Da war es erst nach zehn Uhr dunkel, und wenn die Filme aus waren, meist weit nach Mitternacht, fuhr keine Straßenbahn mehr.“
Isolde Meyer gibt zu bedenken: „Damals ging man gern und ausgiebig spazieren und zeigte seine Sonntagssachen. Die jungen Menschen können sich kaum noch vorstellen, dass auch der Sonnabend ein voller Arbeitstag war. Später wurde nur halbtags am Sonnabend gearbeitet. Der Sonntag war dann wirklich ein nötiger Tag für Erholung. Vorm Fernseher saß niemand, denn es gab bis Ende der 1950er-Jahre kaum welche. So nahmen sich die Cottbuser Zeit für ihre Parks. Im NAW (Aufbauwerk) wurden sie auch von den Leuten gepflegt und erweitert. Trotz der schönen Erinnerung: Unsere Parks heute sind noch viel schöner!“