Posaunenchor blies bei Einweihung
1955 war Altarraum noch durch eine Mauer vom Kirchenschiff abgetrennt
Unsere Leser haben wieder zahlreich geschrieben.
Elfrun Liebig erinnerte sich: „Am 5. Juni konnte zunächst nur der Altarraum der 1945 fast völlig ausgebrannten Oberkirche eingeweiht werden. Die Festpredigt unter dem Motto ‘Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken’ aus Matthäus 11 Kapitel 28 hielt der Generalsuperintendent Dr. Günter Jacob. Ich besitze noch die ganze broschierte Predigt. Neben Dr. Jacob waren viele Cottbuser kirchliche Honoratioren vertreten. So auch Superintendent Schüler, die Pfarrer Halbe, Dr. Timm, Bienwald, Hudewenz und Steif. Nach vielen Jahren Bauzeit konnte am 15. Juli 1980 in einem Festgottesdienst durch Generalsuperintendent Dr. Gottfried Forck die Cottbuser Oberkirche St. Nikolai in ihrer Gesamtheit wieder eröffnet werden.“
Unser Leser Edmund Poßack schickte uns seine Antwort per Fax: „Seit 1952 bin ich Bläser im Posaunenchor Groß Gaglow und kann mich noch genau an diese Einweihung erinnern. Der Altarraum war mit einer Mauer vom übrigen Kirchenschiff abgetrennt und ich gehörte damals als 18-Jähriger mit zu der Bläserschar, die den Gottesdienst begleitete, da ja keine Orgel vorhanden war. Ich kann mich noch gut an die miserable Akustik erinnern, die in diesem 1. Teilstück herrschte. Inzwischen bin ich Rentner, aber noch immer aktiv beim Musizieren. So bin ich jedes Jahr ein paar Mal in unserer geliebten Oberkirche. Ich freue mich, dass auch der Märkische Bote, unsere Heimatzeitung, sich an diesen denkwürdigen 5. Juni 1955 erinnert.“
Unser Stammleser Georg Müller hat uns seine Erinnerungen wieder per Mail geschickt: „Wir kehren zurück in das „Damals- war’s“ des Jahres 1970. Da war was los auf dem Altmarkt, links ein Wolga, mittig, wie es sich auf Parkplätzen gehörte, einige ES 175 aus Zschopau, und im Übrigen neben einigen Exoten aus dem sozialistischen Lager die DDR-Volkswagen en masse, Wartburg und Trabant. Die Kirchturmspitze fehlt auf dem Bild noch, deren Aufbau und Einweihung erfolgte erst in den späten 80er-Jahren.
1970 war auch das Jahr der Weihe des gesamten Kirchenraumes von Sankt Nikolai; das geschah anlässlich des Kirchentages. Die teilweise Weihe des Kirchenraumes von Sankt Nikolai aber erfolgte schon 15 Jahre eher, also 1955, wie die Frage in der vergangenen Woche zum „Damals-war’s“-Bild gestellt wurde. Dazu hatte man eine von unten bis ganz nach oben sich erstreckende Trennwand errichtet, die den Gesamtkirchenraum ab dem zweiten Säulenpaar vor dem Altar zum übrigen Teil, weiterhin eine Baustelle, abtrennte.
Übrigens hinderte die Brandschatzung in den letzten Kriegstagen 1945 – es war der 23. April, die Gemeinde nicht daran, Gottesdienste abzuhalten. Das geschah in bescheidener Weise und auf spärlichstem Platz in der sogenannten Bachkapelle, der späteren Sakristei im Anbau an der Nordseite der Kirchenruine der Cottbuser St. Nikolai-Kirche.“








