Die heute beliebte Spremberger Einkaufmeile war schon 1913 attraktiv.

Die Lange Straße in Spremberg um 1913.
Die Lange Straße in Spremberg um 1913.

Ein vertrautes Motiv hat diesmal weithin unsere Leser erfreut. Aus dem schweizerischen Horn mailt Regina Koltermann: „Das ist heute ein besonders schönes altes Foto von der Langen Strasse in Spremberg Richtung Markt und Rathaus. Im Hintergrund kann man gut den Bismarckturm (1903 eingeweiht) erkennen. Liebe Grüße vom Bodensee an die Spree.“

Manfred Gnida vom Weinberg in Spremberg kennt sich aus: „Wie alle Gassen und Straßen Sprembergs hat dieser um 1913 abgebildete Teil der 340 Meter langen Straße, von der Langen Brücke bis zum Markt führend, eine interessante Geschichte. Sie ist heute die beliebteste Einkaufsmeile der Stadt. Der Blick geht vom Bullwinkel in Richtung Markt. Im Hintergrund erkennt man den Rathausturm, nach Stadtbrand 1706 errichtet, und weiter oben auf dem Georgenberg den 1903 eröffneten Bismarckturm. Das erste Haus mit der Aufschrift Julius Schmidt ist ein altes Burglehnhaus, hat bis heute eine lange und wechselvolle Geschichte. Am 26. August 1993 ist diese schöne Straße nach der Grundsanierung in jetziger Form freigegeben worden.“

„Leichter ging es nicht, den Ort zu bestimmen“, findet Arno Schulz aus Guben. „Den Straßenzug vor den 1. Weltkrieg kenne ich zwar nicht, aber der im Hintergrund stehende Bismarckturm ist markant für Spremberg. Guben hatte von 1908 bis zum 2.3.1945 ebenfalls einen Bismarckturm. Nach der Sprengung durch die Wehrmacht liegen nur noch die Trümmer in den jetzt Gubiner Bergen. Geblieben ist aber die herrliche Aussicht von dort.“

H.-J. Klammer aus Gotha freut sich über die vertraute „Sicht aus dem heutigen Bullwinkel in Richtung Hauptmarkt. Das Bild ist sehr alt. Vor dem Rathausturm ist eine Postkutsche zu erkennen und es sind keine Hydranten zu sehen. Hinter der Ecke des Kolonialwarenhändlers Julius Schmidt ging es in die Mühlenstraße, wo meine Eltern seit 1935 eine Bäckerei und Konditorei betrieben. Leider mussten wir die aufgeben, als mein Vater an Spätfolgen russischer Kriegsgefangenschaft verstarb.“ Auch Reinhard Borrmann aus der Turower Straße in Cottbus erkannte „Sprembergs Blick in Richtung Markt mit Rathausturm und Bismarckturm.“

Sprembergs Lange Straße um 2009 in entgegengesetzter Blickrichtung
Sprembergs Lange Straße um 2009 in entgegengesetzter Blickrichtung. Foto: CGA-Archiv / Hnr.

Frank Irmer aus der Cottbuser Philipp-Melanchthon-Straße verweist auf „das Gebäude ganz links, heute Molly Moden, und das gleich nach der Schulgasse mit Uhrmacher Handrick. Leider bereitet mir die Sichtachse zum Bismarckturm Kopfzerbrechen, ich kann sie so nicht nachvollziehen.“ Sollte das ein früher KI-Versuch sein? Renate Brinke aus der Hagenwerderstraße in Cottbus half der Turm: „Erst habe ich ein wenig rumgerätselt aber dann kam mir die Erleuchtung – ganz schwach im Hintergrund kann man den Bismarckturm erkennen. Den gibt es so nur in Spremberg.“ „Meine zweite Heimat Spremberg und wir befinden uns in der Langen Straße“, freut sich Klaus Reiter aus Cottbus. „Sie hieß bis 1864 Lange Gasse, geht vom Marktplatz bis zur Johannisgasse, wo sich das Lange Tor befand, später Hoyerswerdaer Tor. Sehr bekannt war rechts die Eisdiele. 1946 erwarb der Kartoffelbäcker das Grundstück und richtete die Eisdiele ein. Später war es Café Express und Café Bierhold. Leider ist jetzt zu.“

„Das ist ja mal fast ein Rätsel!“ stellt Heinz Frankenberg aus Cottbus fest. „Es gibt kaum noch jemanden, der die schöne Straße so mit eigenen Augen sah. Dann aber entdeckt man ein untrügliches Detail – den Georgenberg mit der Spitze des Bismarckturmes.“ Jens Pumpa aus Cottbus betont: „Die Lange Straße war zu allen Zeiten war Mittelpunkt des geschäftlichen und gesellschaftlichen Lebens der Stadt. Das wurde auch durch viele Geschäfte und vor allem Gaststätten betont.“ Angelika Krautz mailt: „Ich hatte eine Ahnung. Über Julius Schmidt (Name rechts im Bild) habe ich dasselbe Motiv im Internet gefunden. Es ist die Lange Straße in Spremberg. So steht es unretouchiert im Internet. Nun muss mir nur noch Fortuna wohlgesonnen sein.“

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