
Anita Stressig schreibt: „Die Aufnahme zeigt die Metzer Straße, von der Fruchtstraße zur Bahnhofstraße gesehen. Rechts und links standen ja immer sehr große Häuser, aber in dem kleinen Haus mit der Straßenlaterne habe ich von 1955 bis 1964 gearbeitet. Hier war in der unteren Etage die Kreispflanzenschutzstelle. Dort war ich zunächst Sachbearbeiterin, später Pflanzenschutzwart und nach einer weiteren Qualifizierung 1960 Pflanzenschutzmeister. Das gibt es aber heute nicht mehr. Wir haben die landwirtschaftlichen Vermehrungsflächen auf Schädlingsbefall geprüft und dann entschieden, wo eventuell eine chemische Behandlung nötig wurde. Ich habe dabei auch den Giftschein ablegen müssen, weil wir natürlich auch mit Giften zu tun hatten, die sonst niemand haben durfte. Es war sehr interessant und hat mir viel Spaß gemacht. Über uns war die Großhandelsgenossenschaft Lebensmittel und an der Ecke befand sich der Kaufmann Koslan, hier sind wir in der Pause oftmals hingegangen und haben uns etwas zum Essen oder Trinken gekauft.“ Karin Rosenkranz kennt die Gebäude ebenfalls gut. Sie erzählte am Telefon: „Bis 1964 habe ich im vordersten Haus im Erdgeschoss gewohnt. Damals befand sich der Eingang noch in der Fruchtstraße und hatte die Nummer 28. Dort, wo sich jetzt die Eingangstür befindet, war damals ein Fenster – das Zimmer meiner Schwester. Das erste Fenster gehörte zur Küche. Es war ein Haus mit sehr hohen Räumen, sonst ging es aber recht eng zu. Auch der Hof war sehr eng, weil es ein Eckhaus war. Neun Familien lebten damals hier. Mit vielen Jugendlichen aus dem Haus sind wir öfters gemeinsam ausgegangen. Ich kann mich noch gut entsinnen, dass die Wirtin Frau Klar sehr nett war und bei Reklamationen oder Beschwerden stets bemüht war, wieder alles in Ordnung zu bringen. Im Gegensatz zu heute waren alle Wohnungen belegt, wie in der gesamten Straße auch. 1964 sind wir in einen Neubau umgezogen, weil die Wohnung größer war.“
Angelika Quander mailte: „Das Suchbild dieser Woche zeigt die Metzer Straße von der Fruchtstraße in Richtung Bahnhofstraße. In dem Haus in der Bildmitte befand sich vor 40 Jahren eine Wäscherolle im Keller. Dort waren wir mit meiner Mutter oder Oma nach der großen Wäsche immer die Bettwäsche rollen. Im kleineren Haus daneben befand sich zu DDR-Zeiten die Landwirtschaftsschule, dort habe ich die Theorie für meinen Mopedschein absolviert. Nach der Wende war in diesem Gebäude die Volkshochschule untergebracht. Für die ersten Umschulungslehrgänge für Arbeitslose, die dort stattfanden, habe ich damals die Pausenversorgung gemacht. Später ist die Volkshochschule dann ins Oberstufenzentrum gezogen und dieses Gebäude nutzt der ZAK-Verein.“
Herbert Gottschalk schrieb: „Das Bild mit der Metzer Straße mit Blick zur Bahnhofstraße zeigt einen Komplex, der eine fast reine Arbeiterwohngegend war. Die Häuser wurden 1890 bis zur Jahrhundertwende gebaut, um Wohnraum für die Arbeiter zu schaffen, die in der Textilindustrie arbeiteten. Die Häuser in der Metzer-, Frucht- und Lothringerstraße wurden schon zu DDR-Zeiten modernisiert und nach der Wende wieder auf den neuesten Wohnkomfort gebracht. In dem kleineren Haus rechts war bis zur Wende die Kreislandwirtschaftsschule untergebracht. Die Lothringerstraße ist heute die Otto-Nagel-Straße.“ Und Thomas Methe ergänzte: „Rechts ist in der Metzerstraße war die alte Landwirtschaftsschule zu sehen. Da erinnere ich mich noch sehr genau, dass hier früher verschiedene Ausbildungen stattfanden und auch Arbeitsschutz unterrichtet wurde. Heute gibt es das alles natürlich nicht mehr, eine Strukturförderungsgesellschaft ist da eingezogen. In der Nähe waren auch die Web- und Strickwarenfabriken, da steht heute aber alles leer.“







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