
Die Uferstraße befand sich am Lohmühlgraben, der 1915 kanalisiert wurde:
Manfred Meier schreibt: „Also, es handelt sich bei diesem Bild um die Uferstraße, die es nur noch im Ansatz gibt. Sie ging einst bis in die auch nicht mehr vorhandene Poststraße und beginnt in der Cottbuser Straße. Man blickt in einen Teil der Uferstraße, der über dem einst offenen Lohmühlgraben verläuft. Das rechts erkennbare Gebäude war in alten Zeiten das sogenannte Haus der Deutschen Arbeit, beherbergte auch eine Gaststätte, deren Betreiber und Besitzer Emil Voigt war. In DDR- Zeiten befand sich darin die SED-Kreisleitung, dann bezog es nach der Wende die Stadtverwaltung unter anderem mit dem Bauamt. Von der Uferstraße ging die Wasserstraße und ein Durchgang in die Thumstraße ab. Ich kann mich noch daran erinnern, dass in einem der links erkennbaren Häuser Berta Hornick, nach der die jetzt wieder Frankfurter Straße lautende Straße wohnte. Sie war eine bekannte Forster Kommunistin. Im Hintergrund sieht man den Turm der Post, im Krieg war er zersört und danach wieder aufgebaut worden. Die Uferstraße hatte nur sechs Häuser. Der überwiegende Teil war mit Gärten und Hinterhöfen, die zur Thumstraße gehörten, bestückt.
Auch Viola Schiemenz hat die Uferstraße erkannt. Diese Straße befand sich am damals noch offenen Lohmühlgraben, der etwa um 1915 kanalisiert wurde. Diese Straße begann von der Cottbuser Straße, ging an der ehemaligen Wasserstraße am Durchgang zur Thumstraße vorbei und endete an der Poststraße.“
Wolfgang Schenk schreibt: „Mit diesem Rätselbild haben Sie mir eine doppelte Freude bereitet. Die Uferstraße hieß vor dem Zweiten Weltkrieg noch ‘Lohmühlgraben’, obwohl er längst verrohrt war. Ich bin diese Straße oft mit dem Fahrrad gefahren, aber auch oft gelaufen. Der Lohmühlgraben besaß für mich eine gewisse Anziehungskraft, wenn auch in meiner Kindheit nur noch wenig von ihm zu sehen war. Nur das letzte Stück zwischen der Gubener Straße und dem Mühlgraben war noch bis nach dem Krieg offen. Die zweite Freude waren die Zaunfelder im Vordergrund des Bildes. Sie bestanden aus gerahmtemn Streckgitter, eine verdammt gefährliche Zaunentwicklung der DDR. Ende der 50er-Jahre bis 1962 wurden sie viel gekauft, bis man merkte, wie gefährlich scharf die Gitter waren. Es kam zu vielen Verletzungen bei Kindern, Haus- und Wildtieren. Dieses Material wurde in den 50er-Jahren massenweise produziert und in den 60er-Jahren an der Landesgrenze zwischen Thüringen und Bayern als Grenzsicherungszaun bis zu einer Höhe von drei Metern verbaut. Bedingt durch Erzählungen meines Großvaters habe ich mich schon immer für die Geschichte des Lohmühlgrabens interessiert und kam als Mitarbeiter der Wasserwirtschaft Spree-Oder-Neiße diesem Thema sehr nah. Bei der Beräumung des Mühlgrabens in abgelassenem Zustand kam ich der Einmündung des Lohmühlgrabens gleich hinter der Schlossbrücke in der Kirchstraße ganz nah. Ein Blick in die letzten paar unverrohrten Meter zeigte mir die Ordnungsliebe mancher Mitbewohner der Stadt. Lumpenbündel, ein stark verrostetes Fahrrad und Büchsen über Büchsen schienen mich zu bitten: ‘nimm mich mit’! Im ehemaligen Volkshaus hatte die Volkssolidarität vor der SED-Kreisleitung ihre Büros und Lagerräume eingerichtet und kümmerte sich um hilfsbedürftige Forster. Leiterin war Frau Geisendorf. Mitarbeiterin Marianne Schenk war meine Mutter. Ich weilte öfter im Lager und half meiner Mutter nach der Schule. So kam ich auch mit der Kindergruppe der Volkssolidarität in Kontakt und wurde Mitglied. Wir lasen den Rentnern und Kranken Geschichten und aus der Tageszeitung vor (…)“.
Weitere Zuschriften werden in der kommenden Woche ergänzt.
Gewonnen hat Andreas Minnich.
Herzlichen Glückwunsch!
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