Guben: eine Stadt mit vielen Brücken / Historische Brückenpfeiler noch heute sichtbar / Achenbachbrücke wurde bereits 1904 erweitert
Das „Damals-war’s“-Foto von Anneliese Siegle hat wieder viele Leser zu eigenen Erinnerungen angeregt. Die Einsenderin selber schrieb uns dazu:
„Das Bild aus meiner Heimat Guben zeigt die Achenbachbrücke, aufgenommen in westlicher Richtung. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde sie im Jahr 1945 leider zerstört. In der Neiße lagen damals Bretter, über die wir gingen. Ich nehme an, dass es die Reste dieser Brücke waren. Am Westufer badeten wir Kinder bis zum Sommer 1944 immer.“
Herbert Menzel schickte uns zwei Kopien von Bildern und schrieb dazu: „Guben kann man auch als ‘Stadt der sieben Brücken’ bezeichnen, denn einst haben hier wirklich viele Brücken sowohl die Neiße als auch die Pegel überquert. Vielleicht gibt es deshalb den Titel ‘Über 7 Brücken musst Du gehn…’. Das Damals-war’s-Foto zeigt die Achenbachbrücke. Sie war 2,50 Meter breit und eine Fußgängerbrücke aus Holz und wurde im Jahr 1907 auf immerhin sieben Meter Breite erweitert. Heute stehen nur noch die Holzpfeiler in der Weißen Pegel, die an die Stelle erinnern, wo bis 1945 diese Holzbrücke stand.
Aber es gibt noch mehrere Stützpfeiler in Guben zu sehen. Beispielsweise sind die einzelnen Betonpfeiler der Schlachthofbrücke-Parkbrücke zu sehen. Hier ist auch noch der Straßenaufbau samt der Pflasterung erhalten geblieben und zu erkennen.
Natürlich ist am bekanntesten die Stadtbrücke. Dann gibt es noch die Eisenbahnbrücke am Klärwerk und eine weitere Schienenquerung am Turnerwäldchen. In den letzten Jahren sind die Brücken 6 und 7 hinzugekommen; einmal der Neubau auf polnischer Seite in Gubinek und letztlich auch ein Neubau auf die Theaterinsel. An vielen Brücken hängen auch eigene Erinnerungen.“
Margot Krüger hat uns folgendes geschrieben: „Ich glaube, auf dem Foto der letzten Woche meine Schulfreundin Anneliese Siegle erkannt zu haben. Sie lebt jetzt in Osnabrück. Meine Schulfreundin steht auf der Achenbachbrücke. Frau Siegle hat schon mehrere Bilder eingeschickt. Ich schneide die „Damals-war’s“-Bilder immer alle aus, und schicke sie nach Osnabrück.“
Bärbel Koschack erzählte uns am Telefon: „Auf dem Foto erkennt man die Achenbachbrücke und ein Haus in der Achenbachstraße. Es war eine Fußgängerbrücke über die Neiße unterhalb der Schützenhausinsel. Sie bot Fußgängern die Möglichkeit, vom Bahnhof über die Grüne Wiese zur Innenstadt oder über die Himmelsleiter (136 Stufen) in die Gubener Berge zu gelangen. Erbaut wurde die Achenbachbrücke 1884 mit 2,50 Meter Breite zwischen den Geländern. Nach 1903 wurde die Brücke auf sieben Meter (fünf Meter Fahrbahn und je ein Meter Bürgersteig) verbreitert und für Fuhrwerke zugelassen.
Zimmermeister Tilgner hatte den Umbau vorgenommen. Sein Baugeschäft befand sich in der Gasstraße 8.
Der Namensgeber der Achenbachbrücke war Oberpräsident der Provinz Brandenburg und Staatsminister a.D. Heinrich von Achenbach, welcher auch bei der Einweihung der Taubstummanstalt 1891 dabei war. Das Foto wurde auf der sieben Meter breiten Brücke aufgenommen. (zwischen 1904 und 1936).
1936 wurde die Brücke abermals neu erbaut (nur noch fünf Meter breit) das Holz war morsch und baufällig geworden. Sie hält dann nur noch 9 Jahre. Die Achenbachbrücke spielte am 20. Juni 1945 eine wichtige Rolle. Alle Brücken über die Neiße waren im Krieg gesprengt worden.
Als der Befehl kam, den Ostteil der Stadt zu verlassen, wurde die ehemalige Achenbachbrücke notdürftig repariert, um dem Flüchtlingsstrom das Überqueren der Neiße zu ermöglichen. Später wurde die Brücke ganz zerstört. Bei Niedrigwasser sah man noch viele Jahre die Pfähle im Holzbett.