Viele Baufacharbeiter begannen in der Gartenstraße ihr Berufsleben
Helga Reichstein schreibt uns: „Zu sehen ist der Lehrbauhof aus den 50er-Jahren in der Gartenstraße. Viele Lehrlinge wurden dort untergebracht und zum Baufacharbeiter ausgebildet (später BMK).“
Hans-Joachim Nevoigt berichtet: „Nach Kriegsende mit den vielen Zerstörungen fehlten viele Bauberufe. Bei der Enttrümmerung halfen viele Frauen. Die vorrangige Aufgabe war es, junge Männer auszubilden oder aus anderen Berufen umzuschulen. Umschüler mussten 18 Monate lernen, Lehrlinge hatten drei Jahre Lehrzeit. Hier in der Gartenstraße 18 war freier Platz auf dem ehemaligen Fabrikgelände und eine große leere Fabrikhalle zum Puschkin-Platz zu. Das wurde gleich die Ausbildungshalle. Wo später die Mensa hinkam, wurde eine große Baracke aufgestellt als Unterkunft für die Lehrlinge von außerhalb. Links vom Eingangsbogen stand noch ein altes Wohnhaus, hier kamen Büros und Sozialräume rein. Daneben wurde noch ein Flachbau errichtet, um Klassenräume zu schaffen. In der Aufbauphase war der Trägerbetriebdie Bau-Union-Cottbus mit Sitz in Großräschen. Später in den 1950er-Jahren wurde es die Bezirksverwaltung. Der Leitbetrieb war dann das Bau- und Montagekombinat Cottbus.
Die Berufe, die hier nicht ausgebildet werden konnten, wurden durch Vertragspartner wie die PGH geleistet.
Der erste Betriebsleiter des Lehrbauhofes war unser ehemaliger Bürgermeister der Weimarer Zeit und nach 1945 Herr Richard Buder.“
Lutz Kellner teilte uns mit, dass es sich bei dem Foto aus dem Jahr 1959 um die Ausbildungsstätte für Maurer, Betonierer und Zimmererlehrlinge handle. In der Regel waren die Lehrlinge 14 Jahre alt und begannen hier mit acht Stundentag, sechs Tagewoche und 12 Urlaubstagen pro Jahr ihr hartes Arbeitsleben. „Der Lohn betrug im ersten Jahr ca. 70 Mark, wovon für Internat und Verpflegung etwa 45 oder 50 Mark abgezogen wurden.
Das strenge Regime führte Heimleiter Herr Schwieker mit Erziehern wie Herrn Krenz. Die Regeln waren streng; Rauchen ausgeschlossen.
Wenn wir nach Feierabend in der Stadt dem Lehrausbilder drei Mal begegneten, dann nahmen wir auch eiligst drei Mal die Hände aus den Hosentaschen und grüßten auch drei Mal.“