Das hat den Forstern wohl kaum einer zugetraut. Sie holen nach 72 Jahren sämtliche Rosenzüchter und Blumenfachleute aus der gesamten Republik in ihre Stadt. Zu einer Deutschen Rosenschau. Forst feiert 2013 zwei Jubiläen: 100 Jahre Ostdeutscher Rosengarten – damit ist er der älteste im Land – und den 250. Todestag des Grafen Heinrich von Brühl. Der ruht friedlich in der Sankt Nikolai, wenn auch zuweilen eine Schar (sächsischer) Touristen verblüfft in die Gruft hinabsteigt, die den Grafen in der Sachsenhauptstadt wähnt. Aber die Forster haben viel mehr im Sinn, als mit sich allein und ihren kaputten Brücken nach Polen an der Neiße die Jubiläen zu feiern. Sie schlagen Brücken in alle Himmelsrichtungen: Nach Dresden, wo man den Grafen besser kennt als hier, nach Pförten, wo seine einstige Residenz zerbröselt und heute ein Park wieder entdeckt wird, und nicht zuletzt nach Cottbus und Bad Muskau. Zu den Parks hat Bürgermeister Dr. Jürgen Goldschmidt längst seine Fühler ausgestreckt. Und auch nach Dresden, um die Macher hier und dort aufzuraffen, einen einzigartigen Rosenstrauß zu binden und ihn mit Pauken, Trompeten und Wohlgeruch bekannt zu machen. Denn ein Park allein reicht nicht für Touristen.
Hunderte Rosenexperten werden kommen, das steht fest. Und Forster auch, denn einige erinnern sich noch, wie sie nach der Rosenschau 1938 entzückt aus dem Park wandelten. Warum nicht auch aus dem Branitzer, Bad Muskauer, Pförtener Park? Wäre es nicht ein wunderbares Jubiläum, wenn nach den Rosen die Branitzer Pyramiden umrundet, der Neubeginn der Blut-Buche in Muskau beobachtet und durchs Pförtener Arboretum geschritten würde? Es wäre! ha