Die neue Brandenburger Polizeireform nimmt in der Lausitz Konturen an. Am Donnerstag eröffnete Innenminister Dietmar Woidke (SPD) das neue gemeinsame Dienstgebäude der Polizeidirektion Südbrandenburg sowie der Polizeiinspektion Cottbus/Spree-Neiße. Damit ist Cottbus einer von vier neu geschaffenen Direktionsstandorten im Land.
Mit neuem Dienstsitz in der Lausitzmetropole rückt die Polizei wieder stärker zum Ort des Geschehens. Regionale Dinge, die zuvor in Frankfurt oder Potsdam entschieden wurden, sollen wieder vor Ort übernommen werden. Gebündelte homogene Aufgaben im Präsidium in Potsdam wiederum führen zu Synergien.
Allerdings sehen einige Lausitzer durch die Reform die innere Sicherheit bedroht. Vor allem eine angestrebte Reduzierung der Polizei um 2?000 Stellen, Standortschließungen und eingeschränkte Öffnungszeiten stimmen bedenklich. Zwar scheint es, als hätten die Proteste der Spremberger, Forster und Gubener gefruchtet, ob die Standorte jedoch langfristig gesichert sind, bleibt offen. Degradiert als Revierstandorte, werden die ehemaligen Wachen ab Jahresende aus Cottbus geführt und mittelfristig nur noch stundenweise offen sein. Darunter könnte jedoch die lokale Kompetenz der Polizei leiden mit neuen Sicherheitslücken als Folge.
Aktiven Schutz sollen verstärkt Streifenwagen und Revierpolizisten leisten; an ihnen werde nicht gespart, so der Innenminister. Spar-Plätze sollen vor allem Verwaltung und gehobener Dienst sein.
Letztlich entscheidet das Sicherheitsempfinden der Bürger über den Reformerfolg; Statistiken sind nur schmückendes Beiwerk. Frank Heinrich