Milcheiweiß kann Allergien auslösen

Krankheitsbilder spiegeln häufig unser eigenes Ernäherungsverhalten wider
Milchprodukte maßvoll genießen / Psyche mit autogenem Training stärken

Immer häufiger leider Menschen an Allergien. Die Symptome sind dabei vielfältig, die Ursache für den Auslöser hingegen scheint sich klar festmachen zu lassen. Bernd Schulze, Heilpraktiker, erläutert, worauf wir achten sollten und welche Wege es gibt, um Allergien entgegen zu wirken.
Worin liegt aus Ihrer Sicht der Ursprung für Allergien?
Aus meiner Praxiserfahrung, gehe ich davon aus, dass die meisten Allergien einem Ernährungsfehler zu Grunde liegen. Wenn wir uns nur mal die Natur anschauen, sehen wir das Kälbchen und andere Säugetierjunge Milch trinken, erwachsene Tiere hingegen nicht. Bei uns Menschen ist das anders.
Das heißt wir vertragen eigentlich keine Milch?
Eigentlich haben wir sogar eine gute Karenzzeit. Bis zum Alter von etwa zwölf Jahren können wir Milch und Milchprodukte sehr gut verdauen. Danach nimmt die Verträglichkeit rapide ab.
Sind diese Zusammenhänge zwischen Milch und Allergien belegt?
Es ist nachgewiesen, dass Allergien häufig verschwinden, wenn auf Milchprodukte verzichtet wird. Vor der Wende, als das Überangebot, dem der Konsument sich heute gegenüber sieht, gab es im Verhältnis sehr wenige Allergien. Ab 1990 haben sich der zunehmende Milchkonsum und die Zahl der Allergiker parallel nach oben hin entwickelt. Ein klarer Hinweis auf einen unmittelbaren Zusammenhang.
Ist dabei die Milch der alleinige Auslöser?
Das Milcheiweiß sorgt dafür, dass wir sensibler reagieren. Es gibt aber auch sekundäre Auslöser wie Pflanzen oder auch psychosomatische Ursachen. Unser Körper reagiert auf Belastung, egal ob Staub, Pollen, Tierhaare oder ähnliches oft mit Ablehnung.
Was ist mit lactosefreien Produkten?
Lactose, also Milchzucker, ist eigentlich etwas Gutes und sollte nicht mit Milcheiweiß verwechselt werden. Lactose, das hat die Natur so eingerichtet, wirkt in bestimmten Dosen abführend. Das heißt, alles „Schlechte“ muss raus. Sie sorgt dafür, dass der Körper nur so viele Milchprodukte aufnimmt, wie er toleriert. Andernfalls reagiert er mit Blähungen, Allergien, Hautausschlägen oder Diarrhoe.
Heißt das wir sollten gänzlich auf Milchprodukte verzichten?
Eher sollte ein gesundes Maß angelegt werden. Zum Beispiel ein Mal in der Woche Käse statt täglich. Generell sollte jeder sein eigenes Ernährungsverhalten hinterfragen. Auch Fleisch, das Antibiotika enthält zerstört unsere Darmflora und der Körper spielt verrückt.
Was kann ich tun, um meinen Körper und den gesamten Haushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen?
Ich empfehle neben einer generellen Ernährungsüberprüfung  autogenes Training für das psychische Gleichgewicht. Auch Akupunktur ist eine gute Methode zum Ausgleich. In akuten Fällen ist die Behandlung mit hochdosiertem Calcium und Zitrone ratsam oder auch die aktive Desensibilisierung.
Was bedeutet das?
Das ist die Konfrontation des Patenten mit den Stoffen, auf die er reagiert. Dazu werden beispielsweise Partikel unter die Haut gespritzt, bis der Patient keine Symptome mehr zeigt.
Gibt es Ansätze, die ich auch zu Hause ausprobieren kann?
Ich rate grundsätzlich dazu, eine Beratung in Anspruch zu nehmen. Selbsttherapien sind immer mit Vorsicht zu genießen und führen selten zum gewünschten Erfolg. Um den richtigen Ansatz zu finden, sollte immer ein Fachmann zu Rate gezogen werden.
Vielen Dank. Das Interview führte Y. Simon-Redlich.


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