Nach 126 bzw. 120 Jahren verabschieden sich Vereinigung Bäcker- und Cottbuser Männerchor

Geschichte. Grund soll der fehlende Nachwuch gewesen sein. Im Jahr 2017 stimmten sie
noch musikalisch zur feierlichen Übergabe der Diamantenen und Goldenen Meisterbriefe in Lehde ein Foto: privat
Cottbus (MB). Zwei traditionsreiche Chöre, 1893 bzw. 1899 gegründet, die über Jahrzehnte das kulturelle Leben in Cottbus und in der Region, unter dem Namen “Vereinigung Bäcker- und Cottbuser Männerchor e.V.”, nachhaltig prägten, beendeten in diesem Herbst formell, nach 126 bzw. 120 Jahren ihres Bestehens, die Arbeit. Damit ist der traditionsreiche Männerchor der Stadt Geschichte. Hauptgrund war der fehlende Nachwuchs.
Zu den Vereinshöhepunkten gehörten die 100 jährigen Chorjubiläen 1993 und 1999. Für viele Mitglieder und Vereinsfreunde bleiben die Feierlichkeiten in der Gaststätte “Zur Eisenbahn” in Kolkwitz unvergessen. Ein Vereinshöhepunkt war auch das Jubiläum „110.Jahre Bäckerchor”, dass mit anderen Chören, in einem sehr festlichen Rahmen, begangen wurde. Mit einem Repertoire von etwa 150 Musiktiteln wurden viele Konzerte gestaltet. Allein 89 Auftritte gab es in der Zeit von 2002 bis 2007. Hinzu kamen, im gleichen Zeitraum, nochmals 23 weitere Veranstaltungen, wie Geburtstage und Chorfahrten.
Besonders enger und langjähriger Kontakt bestand zu den Sangesfreunden anderer Chöre wie dem Männerchor „Concordia” Ellershausen. Ebenfalls zu Chören aus Görlitz / Oberseiffersdorf, Forst, Schmogrow und Cunersdorf. Eine besondere Würdigung erhielt der Chor am 16. Mai 2009 in Rheinsberg mit der Verleihung der „ZELTER Plakette” durch den Bundespräsidenten Horst Köhler.
Unvergessen sind die Sangesbrüder, die sich in der Vereinsarbeit engagiert haben. Stellvertretend sei hier der verstorbene Albert Renner genannt. Als Vorsitzender stand er dem Verein, auch in schweren Stunden, uneigennützig zur Verfügung
Bei dem ebenfalls verstorbenen Günter Motzek waren die Finanzen des Vereins, über eine Zeit von fast 30 Jahren, stets in guten und verlässlichen Händen. Auch Chorleiter Manfred Müller sollte nicht unerwähnt bleiben. Er hat den Chor über 50 Jahre geleitet. Unter seiner Leitung hat sich der Chor zu einer “musikalischen Institution” entwickelt, die in der Stadt und in der Region anerkannt und gefragt war.
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