
Welche Ereignisse sich im Jahr 2017 im südlichen OSL-Kreis jähren / 70 Jahre Bergingenieurschule Senftenberg
Senftenberg (trz). 500 Jahre Reformation, 100 Jahre Oktoberrevolution, 60 Jahre erster Sputnikflug: Diese drei Jubiläen werden sich wie ein roter Faden durch das Jahr 2017 ziehen. Hinzu gesellt sich eine ganze Anzahl regionaler und lokaler Jubiläen, die möglicherweise Anlass für diverse Jubelfeiern beziehungsweise Gedenkveranstaltungen bilden.
Am 18./19. Januar wird es genau zehn Jahre her sein, als Orkan Kyrill die Lausitz mit Windgeschwindigkeiten von rund 200 Stundenkilometern traf. Das Ergebnis war verheerend. Insbesondere im Altkreis Senftenberg gab es extreme Schäden. Paradebeispiel bildet der in diesem Zuge fast völlig zerstörte Schlosspark von Lauchhammer-West (Mückenberg). Was damals genau geschah, können Interessierte im ersten Niederlausitz-Jahrbuch „Zwanzig-siebzehn“ nachlesen, das im Cottbuser Generalanzeiger-Verlag („Der Märkische Bote“) erschienen ist.
Vor 65 Jahren wurde der Kreis Senftenberg ins Leben gerufen. Im Zuge der Verwaltungsreform in der DDR verschwanden die Länder. Sie wurden durch Bezirke und neue, zumeist wesentlich kleinere Kreise ersetzt. Der Kreis Senftenberg setzte sich aus Teilen der ehemaligen Landkreise Calau, Hoyerswerda und Liebenwerda zusammen. Als Kreisstadt war Senftenberg bereits seit dem Jahr 1950 bekannt. Damals trug der alte Kreis Calau den Namen des Ortes an der Schwarzen Elster. Allerdings nur bis zum Sommer 1952, als der eigentliche Kreis Senftenberg entstand sowie der nunmehr erheblich verkleinerte Kreis Calau. Übrigens: Im Jahr 2018 darf der Landkreis Oberspreewald-Lausitz, der Nachfolger der Kreise Senftenberg und Calau, sein 25-jähriges Bestehen feiern. Er war am 5. Dezember 1993 gegründet worden. Natürlich erneut mit der Kreisstadt Senftenberg.

Hochschul-Jubiläum
Seit 70 Jahren gibt es nun den Hochschulstandort Senftenberg. Anno 1947 wurde die Bergingenieurschule ins Leben gerufen, später die Ingenieurschule für Bergbau und Energie „Ernst Thälmann“, anschließend Fachhochschule, dann Hochschule Lausitz und heute Teil der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU). Am 1. März 2017 sind genau 20 Jahre seit der Eingemeindung von Sedlitz nach Senftenberg vergangen.
Vor 50 Jahren begann die Flutung des Tagebaurestloches Niemtsch zum Senftenberger See. Ein halbes Jahrzehnt später war dieser Prozess abgeschlossen und ein neues Urlaubsparadies im Entstehen begriffen.
50 Jahre Stadtrecht feiern die Schwarzheider bereits am zweiten Januar-Wochenende 2017. Warum? Weil die einstige Industriegemeinde bereits am 11. Januar 1967 zur Stadt erhoben
worden war, übrigens der jüngsten im damaligen Kreis Senftenberg.
Vor nunmehr zehn Jahren begann die Flutung des ausgekohlten Tagebaus Meuro.
Am 15. März 2007 hieß es „Wasser marsch“ für den Ilse-See, den heutigen Großräschener See. Im August desselben Jahres wurde das Seehotel im ehemaligen Ledigenheim eröffnet. Am 28. Mai 2017 jährt sich der Todestag des bedeutenden Großräschener Heimathistorikers Fritz Bönisch zum zehnten Mal. Mehr noch: Vor 65 Jahren hatte Bönisch eine Tochter des Nestors der Niederlausitzer Geschichte, Rudolf Lehmann, geheiratet.
Altes Dorf ist weg
Vor 570 Jahren wurde Hörlitz erstmals erwähnt. Das alte Dorf gibt es allerdings nicht mehr. Es wurde bereits um 1940 durch den Bergbau überbaggert. 60 Jahre ist es her, dass der westliche Teil von Schipkau dem Tagebau Klettwitz weichen musste.
Vor 15 Jahren wurde das Vestas-Werk in Lauchhammer eröffnet. Seitdem werden dort die riesigen Rotorblätter für Windkraftanlagen hergestellt. Genau vier Jahrzehnte sind ins Land gegangen, als das Erholungsgebiet „Grünewalder Lauch“ in Betrieb genommen wurde. Es ging aus dem Tagebau Plessa-Lauch hervor. Vor 65 Jahren begann der Aufbau der Großkokerei Lauchhammer, der 1957 abgeschlossen worden war.
Auf ihre 700-jährige Geschichte können die Einwohner von Ruhland zurückblicken. Das Oberlausitzer Städtchen ist im Jahr 1317 erstmals urkundlich erwähnt worden. Das Jubiläum soll vom 19. bis 21. Mai groß gefeiert werden. Seit 130 Jahren besteht bereits die weit bekannte Ortrander Eisenhütte. Vor 300 Jahren war Baubeginn für die Barockkirche Kroppen. Ihre Vollendung erfuhr sie anno 1721.
Schreibe einen Kommentar