Seit 33 Jahren feiert Ströbitz wieder Fastnacht

Dieses Wochenende (17.01.) wird gezampert – am kommenden (24.01.) tanzen die wendischen Paare.

Seit 33 Jahren feiert Ströbitz wieder Fastnacht
Diesen Samstag, 17.01., ziehen die phantasiereich ausgestatteten Ströbitzer Zamperer durch den Ort. Treff ist um 8 Uhr bei Familie Klausch und Familie Ruben in der Ströbitzer Hauptstraße. Nach dem gemeinsamen Frühstück startet 8.30 Uhr der Zampermaraton, begleitet durch die Ströbitzer Musikanten. Mittagspause ist bei Naturstein Domisch. Am Abend werden Auf Wacker Eier und der Speck zu Rührei verarbeitet. Foto: Birgit Gramkow

Cottbus (H.N./h.) Diesen Samstag wirbelt eine lustige Zamperschar durch das „alte“ Großströbitz. Treff ist um 8 Uhr bei Familie Klausch und Familie Ruben in der Ströbitzer Hauptstraße. Nach dem gemeinsamen Frühstück startet 8.30 Uhr der Zampermaraton, begleitet durch die Ströbitzer Musikanten. Eine Mittagsstärkung gibt es bei Naturstein Domisch. Am Abend werden Auf Wacker die gesammelten Eier und der Speck zu leckerem Rührei verarbeitet.

Am kommenden Sonnabend, 24. Januar, zeigen sich zur Ströbitzer Fastnacht wieder die wunderschönen wendischen Trachtenpaare. Für zünftige Klänge zu schwungvollen Tanzeinlagen sorgen die Ströbitzer Musikanten.

Vor 33 Jahren, am 27. Februar 1993, wurde in Ströbitz nach jahrzehntelanger Pause erstmals wieder die Wendische Fastnacht gefeiert. Im Jahr davor hatten Ströbitzer, unterstützt durch den Märkischen Boten, den ersten Cottbuser Bürgerverein gegründet und damit auch Traditionen wieder zum Leben erweckt. Der vernachlässigte Stadtteil, 1950 eingemeindet, erwachte nach der friedlichen Revolution aus seinem Dornröschenschlaf.

Fastnachtspaare im Jahr 2024 am Samstag, 27.01.2024
Fastnachtspaare im Jahr 2024 am Samstag, 27.01.2024 Foto: FK

Nach einem großen Sommerfest 1992 wurde die „erste Fastnacht der Neuzeit“ 1993 zum Ereignis voller unbeschreiblicher Begeisterung. Zu Hunderten säumten die Cottbuser die Straßen, als der Zug der Paare zum damaligen Haus der Bauarbeiter (heute Kammerbühne) lief. Der alte „Sportpalast“, wo früher getanzt wurde, war geschlossen und wurde später „Theaterscheune“ . So feierten die Ströbitzer, gleichermaßen als Impulsgeber für andere Stadtteile und Dörfer, im dichtgefüllten großen städtischen Saal, später dann im Speisesaal des Reichsbahnausbesserungswerkes. Die Fastnachtspaare und ihre Anhängerschaft waren hier einige Jahre willkommene Gäste, bis dann in großer Initiative im „Aufbau Ost“ das Bürgerhaus „Auf Wacker“ entstand. Dort tanzt Ströbitz am Sonnabend, dem 24. Januar.

Musiziert haben zur Neu-Fastnacht, vermittelt durch die Schirmherrschaft des „Märkischen Boten“, zunächst die im ganzen deutschen Osten beliebten „Original Spreewaldmusikanten“ unter Karl Esbach. Inzwischen geben „Ströbitzer Musikanten“ den guten Ton an. Sie und die mit den Zaungästen auf den Straßen tanzenden Paare zu erleben, gehört für Besucher zu den schönsten Bildern und Klängen der farbenfrohen Wendischen Fastnacht, die so hier und überall in der Niederlausitz seit weit mehr als 150 Jahren am Ende der „Spinnte“, der winterlichen Arbeit in den Spinnstuben, gefeiert wird.

 Oberbürgermeister Waldemar Kleinschmidt und Ehefrau Marlies
Man fotografierte noch schwarz-weiß und keinesfalls per Handy, als vor 33 Jahren Oberbürgermeister Waldemar Kleinschmidt und Ehefrau Marlies vor dem Haus der Bauarbeiter mit Sylke und Uwe Schötz den Fastnachtstanz eröffneten. CGA-Archiv/Stefan Fischer

Tagsüber sind Begleiter des Umzugs willkommen. Sie dürfen, wie die besuchten Honoratioren und anderen Einwohner, da und dort auf ein Becherchen Likör hoffen. Die zahlreichen Flaschen in den Händen der Mädchen und Frauen gehören, auch wegen der Kälte unterwegs, zur festen Ausstattung des Brauchtums. Stärken können sich die Paare auf ihrem langen Weg diesmal bei den Floriansjüngern der Freiwilligen Feuerwehr am Vetschauer Platz und dann bei Familie Rattey und Peter Baderscheider als gemeinsame Gastgeber in der Straße Am Flughafen. Zum Tanz am Abend ab 19.30 Uhr gibt es Karten zu 8 Euro am Saaleingang Auf Wacker.
Einlass ist ab 18.30 Uhr.

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