
Ruhlander und Lauchhammerstraße bilden die wichtigste Trasse von Schwarzheide / Viele Firmen
Schwarzheide (trz). Sie ist fast fünf Kilometer lang, und sie führt bis auf zwei kleine Kurven stets schurstracks geradeaus. Und zwar von Südost nach Nordwest. Quer durch Schwarzheide. Die Rede ist natürlich von der Ruhlander Straße/Lauchhammerstraße, der wichtigsten Lebensader der rund 5800 Einwohner zählenden Chemiestadt. „In Schwarzheide gibt es eigentlich nur eine Straße, und an der wohnen alle“, sagen manche Einheimische. Damit haben sie nicht ganz Unrecht, denn wer in die Stadtteile Wandelhof und West will, muss fast zwangsläufig die Ruhlander beziehungsweise die Lauchhammerstraße benutzen. Die Trasse beginnt am Kreisverkehr im Schatten des Achat-Hotels nahe der Autobahnbrücke. Sie endet erst hinter dem Seecampus unweit eines Punktes, wo die drei Gemarkungen Schwarzheide, Lauchhammer und Kostebrau zusammenstoßen.

Teil der Reichsstraße
Ursprünglich bildete die Schwarzheider Ortsdurchfahrt einen Teil der Reichsstraße 169. So ist es auf alten Landkarten dargestellt. Erst mit dem Bau der Umgehungsstraße südlich des Chemieortes, etwa um das Jahr 1950, floss der Fernverkehr an Schwarzheide vorbei. Zunächst handelte es sich um eine baumbestandene Allee. Der Abschnitt vom heutigen Kreisverkehr, dem übrigens einzigen in Schwarzheide, und der Einmündung der Straße Am Bahnhof Wandelhof präsentierte sich gepflastert, der „Rest“ war asphaltiert. In den 1990er-Jahren erfolgte der Komplettausbau von Ruhlander- und Lauchhammerstraße. Seitdem ist die Trasse in kompletter Länge asphaltiert. Daneben verlaufen beidseitige Fuß- und Radwege, darüber hinaus an verschiedenen Punkten auch Parkplätze.
Einen besonderen Schatz gibt es indes am Achat-Hotel. Nämlich einen originalen Steinwegweiser. Anno 2017 jährt es sich bereits zum 25. Mal, dass dieses Unikum im Zuge von Bauarbeiten wieder aufgefunden wurde. Nach erfolgter Restaurierung mithilfe der Stadt sowie des örtlichen Kultur- und Heimatvereins kehrte der Wegweiser wieder an seinen historischen Platz zurück. Darüber hinaus haben sich entlang der Ruhlander Straße mehrere uralte 100-Meter-Steine erhalten.
An der Ruhlander und Lauchhammerstraße befinden sich auch wichtige Gebäude und Attraktionen von Schwarzheide. Beispielsweise der weithin sichtbare Wasserturm. Die in den Jahren 1943/1944 erbaute, rund 36 Meter hohe Konstruktion diente bis 1958 der örtlichen Wasserversorgung. Unmittelbar daneben zieht die „Welle“, ein Kunstwerk, die Blicke auf sich. Von ihr fließt ein „Bächle“ in den nahen Teich. Gegenüber befindet sich das Bürgerhaus. Früher war dort das Kino Prinz beheimatet. Nach dem Komplettumbau ist dort heute die Stadtverwaltung untergebracht. Das einstige Rathaus steht dagegen in Schwarzheide-West. Unmittelbar daneben befand sich einst der Pestfriedhof, auf dem später ein Kindergarten errichtet wurde. Heute stehen dort Eigenheime.

Straße verjüngt sich
Grob betrachtet könnte man sagen, dass sich die Ruhlander Straße in Richtung Nordwest-Südost immer weiter verjüngt. Sie beginnt im Ursprungsdorf von Schwarzheide, dem alten Zschornegosda, das bereits anno 1449 erstmals urkundlich erwähnt wird. Die Häuser in Richtung Wandelhof entstanden zu einem erheblichen Teil in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Der südöstliche Abschnitt, etwa ab Wasserturm und Bürgerhaus, wurde zu DDR-Zeiten vorwiegend für die Arbeiter des Synthesewerkes, der heutigen BASF Schwarzheide GmbH, errichtet.
Links und rechts von Ruhlander und Lauchhammerstraße sind viele tüchtige Unternehmen beheimatet. Beispielsweise die „Knusprige Ente“ von Olaf Wesser fast unmittelbar neben dem Narrenhof ganz im Westen der Stadt. Ab dem 11. November, dem Martinstag, kommen natürlich die Martinsgänse ins Angebot. Die sind in der Region aufgewachsen. Präsentiert wird Spitzenküche zum kleinen Preis. Schon jetzt können Tische reserviert werden. Sehr beliebt ist auch der Lieferservice, Anruf genügt.
Dann der Friseursalon Respa. Inhaber Marcel Respa ist Vizeweltmeister und mehrfacher Deutscher Meister der Haarkunst. Der erfolgreiche Unternehmer, der Schwarzheide aktiv mitgestaltet, pflegt mit seinem Team ein tolles Arbeitsklima. Das lohnt sich, denn die Kunden kommen aus dem gesamten Lausitzer Seenland und noch weiter extra nach Schwarzheide. Beste Werbung für die Chemiestadt also.
Anno 2017 darf die IET-Industrie Elektrotechnik GmbH von Michael Grotz auf ihr 15-jähriges Bestehen zurückblicken. Das Unternehmen ist europaweit tätig. Die Mitarbeiter profitieren von angemessener Entlohnung und regelmäßiger Qualifizierung. Michael Grotz ist als Schwarzheider Abgeordneter aktiv. Er verweist auf seine Mitwirkung bei der Ansiedlung erfolgreicher Unternehmen, bei Bauprojekten, die den Ort lebenswerter gestalten sowie Angeboten für den Nachwuchs.

Die Kinder in der Kita „Entdeckerland“ in der Lauchhammerstraße dürfen sich im Bastelraum richtig austoben. Aus Recyclingmaterial werden dort die tollsten Sachen gebaut. Hier werkeln Marc, Timo und Oliver an einem Hubschrauber und an zwei Schiffen
Nachwuchsförderung
Apropos Jugend: Kinder und Jugendliche finden in Schwarzheide beste Bildungsbedingungen vor. Das reicht von den Kindereinrichtungen über die Grundschule bis zu Oberstufenzentrum und Gymnasium, letztere räumlich im Seecampus vereint. Darüber hinaus sorgen die heimischen Firmen für attraktive Ausbildungsplätze. Also beste Bedingungen für ein ganzes Leben in der Heimatstadt.
Festjahr naht
Übrigens: Das Jahr 2017 wird für die Schwarzheider ein ganz besonderes. Dann wird nämlich ein Doppeljubiläum gefeiert. Die Verleihung des Stadtrechtes jährt sich zum 50. Mal. Und vor 80 Jahren wandelte sich der Ort zur Industriegemeinde. Das wird natürlich angemessen gefeiert. Und zwar das ganze Jahr lang. Einen Höhepunkt bildet die Festwoche mit ihrem Veranstaltungsmarathon, die für Anfang September geplant ist.







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