Cottbus: Aussteigen während der Fahrt verboten

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Die Bimmelguste endete zunächst am Flugplatz, also Fehrower Weg / Polizeiverwaltung

Die Bimmelguste verlockte manchen Bengel zum „Gänseblümchentest“
Wir hatten alle Antworten im Angebot. Aber am Bahnwerk hielt die Bimmelguste nie, und nahe der Lessingstraße kam die Pferdeeisenbahn an, also die frühe Vorgängerin der späteren Spreewaldbahn. C war richtig, und das wussten die meisten Einsender. „Ich entscheide mich für die jetzige Polizeiwache/ Fehrower Weg”, schreibt Friedhard König aus der Cottbuser Klosterstraße. „Der Märkische Bote selbst liefert mit dem Reprint nach Albert Heine ‘Cottbus im Stadtplan von 1909’ selbst den Beleg. Der Westbahnhof ist im Planquadrat bB südwestlich der Burger Chaussee zwischen Großem Exerzierplatz und Bonnaskenfeld eingezeichnet. Der Autor Harald Großstück berichtet in ‘Die Spreewaldbahn’, herausgegeben vom Stadtarchiv: ‘Ein weiteres großes Ereignis war die Betriebseröffnung der Teilstrecke Burg – Cottbus-West (später Cottbus-Flughafen) am 21. Mai 1899…’. Das zwei Kilometer lange Reststück bis zum heutigen Spreewaldbahnhof wurde im November 1899 fertig.“ Die Daten kennt auch Ulrich Constantin, Cottbus, Am Doll: „Der Bahnbau hatte sich wegen verschiedener Enteignungsverfahren verzögert. Obwohl noch alle Bahnhofsgebäude fehlten, erwarteten Reiselustige freudig winkend den ersten Zug. Innerhalb von zwei Stunden waren über 500 Fahrkarten verkauft worden. Nachmittags musste ein zusätzlicher Sonderzug die Ausflügler in den Spreewald bringen. Die Loks trugen alle Namen: ‘Lieberose’, ‘Straupitz’, ‘Lübben’, ‘Burg’ und ’Cottbus’. Bei Eisenbahn-Historiker Harald Großstück kann man Interessantes und Skurilles über diese unvergessene Bahn nachlesen.“
„Letztendlich“, so Jens Pumpa aus der Rostocker Straße, „wurde der Abschnitt Westbahnhof – Cottbus Anschlussbahnhof am 7. Dezember 1899 eröffnet.“
50 Jahre später fuhr Ingeborg Müller, Cottbus, Finkenweg, nach Werben und zurück: „Ich wohnte damals an der Ecke Gulbener Straße und wollte nicht bis zum Spreewaldbahnhof fahren. Da die Bimmelguste an der jetzigen Polizeiwache nicht mehr hielt, warf ich meinen Koffer hinaus und sprang hinterher. Das war bei dem damaligen Tempo möglich, wird aber nicht zur Nachahmung empfohlen.“
Hans-Joachim Lehmann berichtet: „Wir mussten vom Dorf als Oberschüler mit der Guste nach Lübben fahren. Da gab es das einfache Mutspiel: Vorn abspringen, mindestens fünf Gänseblümchen pflücken, hinten wieder einsteigen. Das ‘Mut haben’ bezog sich nicht auf die sportliche Leistung, sondern darauf, nicht erwischt zu werden. Denn auch bei der Spreewaldbahn war das Aussteigen während der Fahrt verboten.“