50 Jahre Langstock

Symbol der Blinden ist immer noch nicht bekannt:
Region (MB). Anlässlich der „Woche des Sehens“ machen Verbände zusammen mit Fachleuten regionaler Unternehmen auf die heutigen Möglichkeiten und Vorurteile aufmerksam. Wichtiges Hilfsmittel zur Orientierung, Verkehrsschutzzeichen und längst internationales Symbol für Blindheit ist der weiße Langstock. Doch wer von den Autofahrern kennt die Bedeutung des weißen Stockes? Den knatternden Trabbi konnte man schon von Weitem hören. Die neuen Elektrofahrzeuge sind so gut wie geräuschlos. Ebenso die Radfahrer, die sind plötzlich da. Auf den meisten Straßen können blinde und stark sehbehinderte Menschen die Trennung zwischen Fuß- und Radweg nicht erkennen. Die Kontraste sind zu schwach. Ist der Radweg rot und der Fußweg hellgrau, dann weiß ein sehbehinderter Mensch, wo er sich sicher bewegen kann. Allerdings wissen das die meisten Radfahrer nicht. Wenn es geht, wird noch geklingelt. An einer Ampel sind blinde oder sehbehinderte Menschen in Lebensgefahr. Viele Radfahrer aber auch Fußgänger stört das rote Licht nicht. Einfach mitgehen kann also richtig lebensgefährlich sein.
Den weißen Langstock gibt es seit nunmehr 50 Jahren. Der Präsident der USA L. B. Johnson schenkte 1964 einer Gruppe blinder Menschen weiße Langstöcke. Es dauerte etliche Jahre, bis dieses Hilfsmittel in Deutschland ankam. Bekannt ist der weiße Stock bis heute leider noch nicht. Den Umgang muss man erlernen. Falsch eingesetzt, wird er zum Hindernis. Der Stock pendelt oder gleitet vor dem Körper. Dadurch kann man Hindernisse erkennen und ihnen aus dem Weg gehen. Falls Ihnen ein blinder Mensch mit einem weißen Langstock auf der Straße begegnet, fragen Sie ihn, ob und wie Sie helfen können. Ungebetene Hilfe kann fatale Folgen haben. Dadurch kann der blinde Mensch seine Orientierung verlieren. Fragen Sie deshalb, ob Ihre Hilfe willkommen ist. Sie werden sich schnell verständigen und richtig handeln.     Joachim Haar


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