
Silberner Bäckermeister bedankt sich bei Evan Christ für Chopin und eine bewegende Festrede:
Ortrand/Cottbus (hnr.) Der „Tag des Meisters“, eine Traditionsveranstaltung der Handwerkskammer, vom September dieses Jahres bleibt für Axel und Michaela Günther ein unvergessliches Erlebnis. Der Grund dafür ist Generalmusikdirektor Evan Christ. „Seine Festrede hat uns tief bewegt und begeistert“, sagt Bäckermeister Axel Günther. „Und die Klaviermusik von Chopin, die er in seine Rede eingebaut hat, auch“, ergänzt Frau Michaela.
Wir begegneten beiden auf dem von Tausenden besuchten Frauendorfer Bauernmarkt. Und da der Märkische Bote sein Stammhaus in Cottbus hat, kam das Gespräch schnell auf das kurze Zeit zurückliegende Ereignis. Axel Günther war dort mit weiteren 14 Seenland-Meistern (s. Kasten unten) für 25 Meister-Jahre geehrt worden. Der silberne Meister bat uns, dem Musiker nun „seine Komposition“ zu überbringen – seinen seit 20 Jahren weithin bekannten und beliebten (auch schon bis Amerika verschickten) Christstollen. Als Dankeschön für so wertvolle Gedanken, „die uns seither immer begleiten.“
Wir erfüllten den Wunsch natürlich gern und unverzüglich.
Evan Christ (43), eben von einer Konzertreise mit seinem großen Philharmonischen Orchester von einem Festival in Palma auf Mallorca zurück, war gerührt. Der Dirigent ist in Los Angeles geboren und als Sohn von Berufsmusikern in Las Vegas aufgewachsen. Zunächst studierte er Mathematik und Komposition an der Harvard University, später Dirigat in Leipzig. Er war in Engagements in Würzburg, Wuppertal und Bad Homburg, dirigierte international große Orchester und ist seit 2008 am Staatstheater Cottbus Generalmusikdirektor.
Wie er sein Orchester motiviert, nach Höchstleistungen strebt und jedes Konzert für alle Beteiligten, Musiker wie Publikum, zu einem Glückserlebnis gestaltet – davon erzählte er in seiner Festrede und er sagte: „Wir kennen in Amerika keine Handwerksmeister, aber hier bin ich von Ihrer Arbeit begeistert, und ich glaube, Sie und ich, wir tun das Gleiche, wenn wir Verantwortung tragen, motivieren, die Menschen mit unserem Produkt begeistern.“ Die Handwerksmeister lauschten ergriffen seinem Klavierspiel, mit dem er erklärte, wie Musik alle erreicht, ohne dass jemand einen Dolmetscher braucht.
Alle erreichen kann auch der butterweiche Geschmack von Günthers Stollen. „Wir backen in sechster Generation“, sagt der Meister. Ein Vorfahre war Bäcker und Boxer in Dresden. Den Faustkampf hat er dann gelassen, das Rezept aber mitgebracht. „Ich hab’s von Oma, die mit 95 noch immer in der Bäckerei nach dem Rechten schaut“, erzählt Axel Günther.











Schreibe einen Kommentar