Cottbuser Parkbahn tuckert auf Recycling-Schwellen

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Premiere für die Gleisbau-Azubis Joe Wauer (l.) und Loris Soick von der Firma RS Gleisbau. Sie verlegen am Branitzer Parkrand die erste recycelte Kunststoffschwelle Fotos: Verein Parkeisenbahn

BTU forscht an der kleinen Bahn für die großen Strecken / Rohstoff aus dem „Gelben Sack“:
Cottbus (PB). Schwellen aus Plastikmüll. Der legendäre „Gelbe Sack“ wird bei der Parkeisenbahn zum stabilen Träger für Gleise, Weichen und Waggons. Ralf Thalmann, Geschäftsführer von Cottbusverkehr, schwärmt schon vorab: „Die neuen Schwellen sind wahre Hochleistungsträger. Uns freut es als Betreiber der Bahn sehr, dass wir mit der BTU Cottbus-Senftenberg und der Firma RS Gleisbau Teil dieses Projektes sind.“
„Wir wirken natürlich gern an innovativen Prozessen mit“,versichert Denis Kettlitz, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Cottbuser Parkeisenbahn e.V. „Neben dem technischen Know-how sind vor allem die Umweltaspekte hervorzuheben. Holzschwellen waren ölgetränkt. Kein Balsam für Wald und Boden. Dagegen sind die Kunststoffschwellen vollkommen umweltverträglich“, erklärt er.
Die Firma RS Gleisbau setzt hier acht Auszubildende ein, die jetzt ihr Gesellenstück ablegen.
Kunststoffschwellen dämpfen nicht nur die Fahrgeräusche, sondern sind Holz- oder Betonschwellen, die verrotten, verwittern oder platzen können, im Gebrauchswert sogar überlegen, versichern Prof. Hans-Christoph Thiel und sein Mitarbeiter Christian Menzel vom Lehrstuhl Eisenbahn- und Straßenwesen. Die Kunststoffvariante lässt sich problemlos verarbeiten. „Die Verankerung der Schienen gelingt mit handelsüblichen Werkzeugen“, sagen die Gleisbauer.
Die Gleiserneuerung begann Montag. Das Pilotprojekt braucht zwei Montage-Wochen und wird dann beobachtet. Der Fahrbetrieb findet uneingeschränkt statt.